Gesundheit

Schuppenflechte: Fettsäuren wirken negativ

Falsche Ernährung kann viele Krankheiten verstärken. Für Schuppenflechte fanden Wissenschaftler jetzt heraus: Gesättigte Fettsäuren verschlimmern die Hautkrankheit. Aber es gibt auch positive Behandlungsperspektiven.

Prämierte Forschungsarbeit

Schätzungsweise zwei Millionen Menschen leiden bei uns unter Schuppenflechte. Die Autoimmunerkrankung äußert sich nicht nur durch juckende, schuppig werdende Hautpartien – sie kann als Psoriasis-Arthritis auch schwere Gelenkschmerzen verursachen. Schuppenflechte ist zwar nicht heilbar, lässt sich aber mittlerweile gut behandeln. Da sie auch in Schüben verläuft, haben sich Ärzte und Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Leipzig die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Schuppenflechte systematischer angeschaut. Das Ergebnis ihrer ausgezeichneten Studie belegt: Der Verzehr von Lebensmitteln mit hohem Gehalt an gesättigten Fettsäuren hat negative Auswirkungen auf die Schuppenflechte.

Die generellen Zusammenhänge zwischen Übergewicht (Adipositas) und Schuppenflechte (Psoriasis) waren bereits bekannt. Doch die Dermatologen Prof. Dr. Jan-Christoph Simon und Dr. Anja Saalbach legen nur den wissenschaftlichen Beweis vor, dass besonders gesättigte Fettsäuren den Verlauf einer Psoriasis verschlechtern können. Verzichten die Patienten hingegen darauf, ist eine deutliche Verbesserung der Schuppenflechte zu beobachten.

Vorbeugung per Speiseplan

Es sollte inzwischen zum Allgemeinwissen gehören, dass der übermäßige Verzehr von Zucker und insbesondere Fett die Entstehung zahlreicher Krankheiten begünstigen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät daher zu einem vorsichtigen, maßvollen Umgang mit Menge und Qualität des verzehrten Fettes. Umgekehrt kann eine ausgewogene Ernährung Gesundheit und Widerstandskräfte stabilisieren.

Die Leipziger Studie unterstützt noch einmal eindrücklich, dass auch Psoriasis-Patienten großen Wert auf eine gesunde Ernährung legen sollten und der Verzicht auf gesättigte Fettsäuren sich sogar vorbeugend auswirken kann. Besonders Fertiggerichte wie Pizza, aber auch Gebäck, Chips und Fleisch können einen hohen Anteil gesättigter Fettsäuren enthalten und gehören daher möglichst selten auf den Speiseplan.

Breites Behandlungsspektrum

Natürlich ist die Verminderung gesättigter Fettsäuren in der persönlichen Ernährung keine Garantie für weniger Psoriasis-Schübe oder deren gelinderen Verlauf. Ein positiver Einfluss ist nun jedoch belegbar.

Grundsätzlich ist Psoriasis in den vergangenen Jahrzehnten immer besser behandelbar geworden. Neben Salben und Cremes bei leichten Krankheitsverläufen werden bei mittelschweren Verläufen mit Basismedikamenten wie Ciclosporin oder Methotrexat gute Erfolge erzielt. Als wirksam haben sich auch Biologika mit Wirkstoffen wie Secukinumab erwiesen, die gezielt die Entstehung von Entzündungen in der Haut vermindern können.

Frühe, umfassende Reaktion nötig

Nach bisherigem Forschungsstand ist Schuppenflechte vermutlich genetisch bedingt, eine Fehlreaktion im körpereigenen Immunsystem führt zu den Entzündungen in Haut und auch Gelenken. Das Spektrum der verfügbaren Medikamente kann jedoch dazu beitragen, den Krankheitsverlauf zu lindern und die Krankheitsentwicklung zu verlangsamen – beides sind positive Perspektiven für Betroffene. Grundsätzlich gilt auch hier, dass die Behandlungserfolge umso größer sein können, je früher eine medikamentöse Therapie einsetzt. Ein gesunder Lebenswandel kann die ärztliche Behandlung zusätzlich unterstützen.