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Kinder: Ernährungsbedingte Krankheiten treffen schon die Jüngsten

Bereits Dreijährige leiden in Deutschland unter Übergewicht und weiteren, alarmierenden Folgen von unausgewogener Ernährung und Bewegungsmangel. Das ergab eine umfangreiche Studie des Berliner Robert Koch-Instituts. Demnach sind 15,4 Prozent der drei bis 17-Jährigen übergewichtig oder sogar fettleibig. „Schon im Kindesalter werden wichtige Weichen für die Gesundheit gestellt“, weiß Dr. Peter Jentschura aus Münster, der Experte für ganzheitliche Ernährungsfragen ist. Seine wichtigsten Tipps:

Weniger Zucker: Maximal zehn Prozent der täglichen Gesamtenergiezufuhr sollten aus Zucker gewonnen werden, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Kinder überschreiten diesen Wert bei uns um rund 75 Prozent. „Zu den bekannten Folgen gehören Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes“, erklärt Jentschura. Ein einfacher Schritt, die Zuckermenge zu reduzieren: Säfte und Softdrinks durch Wasser, ungesüßten Tee oder dünne Saftschorlen ersetzen – denn hier versteckt sich ein Großteil des Zuckers.

Weniger Fertigprodukte: Ob Frühstücksflocken oder Tiefkühlgericht – auch hier verbirgt sich jede Menge Zucker, dazu oft ungesunde Fette und leere Kalorien in Form von Weißmehl. „Gerade Kinder brauchen aber nährstoffreiche Mahlzeiten“, so der Fachmann. „Bereiten Sie das Essen daher aus frischen Zutaten zu und beziehen Sie Ihre Kinder mit ein, um deren Neugierde zu wecken.“

Bewusster essen: Schon den Jüngsten kann man vermitteln, dass Essen wertvoll ist und der Körper gesunde Lebensmittel braucht, um fit zu bleiben. „Leider vergessen das auch Erwachsene leicht. Gemeinsame Mahlzeiten in Ruhe können das Bewusstsein dafür schärfen.“

Bewegung einbauen: Nur jedes vierte Kind schafft es, täglich mindestens eine Stunde lang körperlich aktiv zu sein. Auch das zeigt die KiGGS-Studie. Bewegungsmangel fördert jedoch nicht nur Übergewicht, sondern begünstigt ebenfalls Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen. „Überlegen Sie, wann das Auto stehen bleiben könnte, informieren Sie sich über Sportangebote in der Nähe und werden Sie gemeinsam mit Ihren Kindern aktiv“, ermutigt Peter Jentschura.

Entspannt bleiben: Verbote sind beim Thema Ernährung fehl am Platz. „Viel ist erreicht, wenn man versucht, sich zu 80 Prozent an eine basenüberschüssige Kost zu halten.“ Sein wichtigster Rat zum Schluss: „Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Denn eine ungesunde Lebensführung ist nicht angeboren. Sie wird erlernt.“ djd