Gesundheit

Wellness für die Augen

Besonders wer den Arbeitstag vor dem Bildschirm verbringt, sollte seinen Augen auch Auszeiten gönnen. Vom richtigen Licht bis hin zur ausreichenden Versorgung mit Vitaminen: Schon kleine Dinge im Alltag können eine Wohltat sein. Sieben Tipps für besseren Durchblick.

Ob nah oder fern, farbig oder nicht – die Augen sollen tagtäglich vieles wahrnehmen können. Kontaktlinsen und Brillen unterstützen sie dabei, doch man kann seinen Augen auch darüber hinaus Gutes tun.

Im Hellen lesen

„Du verdirbst Dir die Augen.“ Wer bei Dämmerlicht liest, hat diesen Spruch wahrscheinlich schon zu hören bekommen. Aber wissenschaftliche Beweise dafür fehlen bisher. Dennoch ist es nicht ratsam, bei wenig Licht zu lesen. Die Augen ermüden, das Lesen wird anstrengend. „Die Folgen davon können Kopfschmerzen und gerötete Augen sein“, sagt Ludger Wollring. Er ist Facharzt für Augenheilkunde und Pressesprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands.

Ausgewogene Ernährung

Ausgewogen, vitaminreich, vielseitig – wer sich so ernährt, tut seinem Körper generell und seinen Augen im Speziellen etwas Gutes. „Besonders wichtig für die Sehfunktion sind die Vitamine C und E sowie Zink“, erläutert Professor Martin Smollich vom Institut für Ernährungsmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

Vitamin C findet sich etwa in Paprika und Petersilie, Vitamin E beispielsweise in Nüssen und Fisch, Zink unter anderem in Hartkäse oder Vollkornbrot auf Sauerteigbasis. Ebenfalls wichtig für die Augen ist Vitamin A. „Ein Mangel hiervon könnte schlimmstenfalls zur Erblindung führen“, warnt Smollich. Nach seinen Angaben ist die deutsche Bevölkerung aber ausreichend mit Vitamin A versorgt – es steckt zum Beispiel in Möhren. Smollich rät: „Damit sie diese Wirkung entfalten, sollten Möhren besser gekocht als roh gegessen werden.“

Pillen für mehr Sehkraft?

Nahrungsergänzungsmittel auf Lutein-Basis versprechen eine positive Wirkung auf die Augengesundheit. „Hierfür gibt es jedoch keinerlei wissenschaftliche Belege“, erklärt Sigrid Röchter von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Stoff Lutein gehört zu den Carotinoiden und somit zur Gruppe der Pflanzenfarbstoffe.

Wer dennoch mit Nahrungsergänzungsmitteln etwas für seine Augengesundheit tun will, sollte sich über die Risiken im Klaren sein. „In manchen Präparaten steckt zum Beispiel in hoch dosierter Form Zink“, erklärt Röchter. Das kann zum Beispiel die Kupferbilanz im Körper negativ beeinflussen. Vor der Einnahme solcher Präparate sollte man unbedingt einen Augenarzt um Rat fragen.

Zugluft vermeiden

Zugluft aus der Klimaanlage kann die Augen reizen und Rötungen oder sogar Entzündungen hervorrufen. Lieber schaltet man die Klimaanlage aus und lüftet stattdessen regelmäßig. Auch Pausen an der frischen Luft sind ein bisschen Wellness für die Augen.

Auszeit vom Computer

Wer den Arbeitstag vor dem Computer verbringt, sollte seinen Augen Auszeiten gönnen. „Mindestens alle 15 Minuten sollte der Blick vom Bildschirm weggerichtet werden“, rät Wollring. Denn Augen benötigen Abwechslung. Also einfach öfter den Blick schweifen lassen und dann bewusst verschiedene Gegenstände in der Nähe und in der Ferne fixieren. So bleibt der Augenmuskel beweglich.

Permanente Arbeit am Bildschirm kann dazu führen, dass das Auge trocken wird. Mögliche Folgen sind etwa eine verschwommene Sicht und Kopfschmerzen. Daher kann es – nach Rücksprache mit dem Augenarzt – ratsam sein, Tropfen in die Augen zu geben.

Training statt Brille?

Manch einer glaubt trotz schlechter werdenden Sehvermögens, dass die alte Brille es noch eine Weile tut. Andere wiederum kaufen sich keine Lesebrille, obwohl ihnen das Lesen immer schwerer fällt. Sie glauben, dass sie die Augen trainieren können. „Das klappt aber nicht“, stellt Wollring klar. Wer schlechter sieht, sollte seine Augen untersuchen und sich eine neue Sehhilfe verordnen lassen.

Wer zum Arzt sollte

Eltern sollten die Augen ihrer Kinder bereits vor deren dritten Lebensjahr von einem Facharzt untersuchen lassen – dazu rät der Augenärzte-Berufsverband. „Sechs Prozent aller Mädchen und Jungen sind auf einem Auge schwachsichtig“, erklärt Verbandspressesprecher Ludger Wollring. Das heißt, dass sie auf dem Auge nicht scharf sehen können. „Je früher diese Schwachsichtigkeit behandelt wird, desto besser sind die Aussichten, dass das Kind zur Einschulung auf beiden Augen zu 100 Prozent sehen kann.“

Erwachsene sollten ihre Augen ab dem 40. Lebensjahr auf einen möglichen Glaukom (Grüner Star) untersuchen lassen, rät der Verband. In welchen Zeitabständen die Untersuchung wiederholt werden muss, hängt etwa vom Befund der ersten Untersuchung ab.

Wollring empfiehlt Menschen ab dem 60. Lebensjahr eine AMD-Früherkennungsuntersuchung. AMD steht für altersbedingte Makuladegeneration, bei der die Sehschärfe eines Auges oder beider Augen immer mehr abnimmt. Kurzsichtige Menschen mit mehr als minus drei Dioptrien Brillenglasstärke sollten einmal im Jahr zum Augenarzt. Sie haben ein erhöhtes Risiko, dass sich die Netzhaut ablöst. Ein Augenarzt kann dies frühzeitig erkennen und vorsorglich behandeln. dpa