Gesundheit

Gesundheit Was werdenden Müttern bei Beschwerden in der Schwangerschaft helfen kann

Zwischen Heißhunger und Übelkeit

Archivartikel

Kronshagen/Hannover.Übelkeit, Verdauungsbeschwerden, Müdigkeit: So groß die Freude über den Nachwuchs sein mag, werdenden Müttern geht es nicht immer blendend. Manchen Frauen machen typische Schwangerschaftsbeschwerden zu schaffen. Was dann hilft:

Schwangerschaftsstreifen: Bei manchen Frauen macht das Unterhautgewebe die extreme Dehnung einfach nicht mit – die Folge sind Schwangerschaftsstreifen. Zur Vorbeugung könne man die Haut vordehnen, sagt Doris Scharrel vom Berufsverband der Frauenärzte (BVF). Dazu cremt man sich ein und nimmt eine Hautfalte an Bauch, Hüfte oder Oberschenkel, zieht sie vom Körper weg, und rollt diese durch Nachgreifen in einer Welle von unten nach oben. „Das tut zu Anfang etwas weh, aber nur so dehnt man die Haut.“

Zahnprobleme: „Jedes Kind kostet einen Zahn.“ Dieser Mythos ist glücklicherweise veraltet. Dennoch sollten Schwangere verstärkt auf ihre Mundgesundheit achten, rät Scharrel. Denn mit der Schwangerschaft kann das Zahnfleisch lockerer werden. Bakterien können dadurch leichter unter den Zahnfleischrand gelangen, sich dort vermehren und Entzündungen hervorrufen.

Übelkeit: Vielen Frauen ist vor allem in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft übel bis hin zum Erbrechen. Das sei eine Art Nebenwirkung, wie BVF-Präsident Christian Albring erklärt: Das Immunsystem lerne, das Baby zu tolerieren und nicht als Fremdkörper abzustoßen. Betroffene sollten auf fettige, stark eiweiß- oder säurehaltige und gewürzte Mahlzeiten verzichten. Morgens kann es helfen, einen leicht gesüßten Tee oder warmes Wasser zu trinken. Wenn die Beschwerden ausgeprägt sind und häufiges Erbrechen hinzukommt, sollten Frauen ihren Arzt um Rat fragen.

Rückenschmerzen: Mit zunehmender Schwangerschaft lockert sich hormonbedingt das Bindegewebe, erklärt Albring. Das könne vor allem im Lenden- und Kreuzbereich zu Beschwerden führen. Er empfiehlt: viel Bewegung, die Beine statt des Rückens beugen, aufrecht gehen und sitzen und bei Beschwerden eine Wärmeflasche auflegen.

Verstopfung: Im zweiten und letzten Drittel der Schwangerschaft haben viele Schwangere Verstopfung. Ursachen sind eine Lockerung des Bindegewebes und eine Weitstellung des Darmes, eine falsche Ernährung oder Bewegungsmangel. „Eine Ernährung, die reich an Ballaststoffen und viel Gemüse ist, zusammen mit reichlichem Trinken und viel körperlicher Bewegung hilft in den meisten Fällen“, weiß Albring. Auch manche Eisenpräparate führen zu Verstopfung.

Haarausfall: Haarausfall kann ein Anzeichen für eine Mangelversorgung sein, wie Klaus Doubek vom BVF betont. Zwei Ursachen sind besonders verbreitet: ein seit längerem anhaltender Mangel an Jod sowie Eisenmangel. Bestätige eine Blutuntersuchung den Verdacht, sollten ärztlich verordnete Eisenpräparate eingesetzt werden.

Müdigkeit: „Hier kommen mehrere Ursachen in Frage“, sagt Doubek. „Erstens haben Schwangere oft einen niedrigeren Blutdruck. Zweitens spüren es viele Frauen doch, dass sie ihrem Baby zuliebe deutlich wenige Kaffee trinken. Die Müdigkeit kann aber auch ein Hinweis auf einen Mangel an Jod oder Eisen sein.“

Heißhunger: Viele Schwangere kennen vor allem in der zweiten Schwangerschaftshälfte einen besonders großen Appetit und Heißhunger. Isst eine werdende Mutter zu viel, führt das zu Übergewicht und zu einem zu hohen Nährstoffangebot beim Baby. Letzten Endes helfe hier nur Disziplin bei abwechslungsreicher Kost. tmn