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Bunker in der Brücke

Archivartikel

Die ab 1938 erbaute Rheinbrücke in Mannheim-Sandhofen beherbergt in ihrem Widerlager, also im östlichen Ende der Brücke, verbunkerte Räume, eine kleine Kaserne für rund 120 Mann. Sie blieb ein Rohbau, denn es fehlen beispielsweise die Vorrichtungen zum Anbringen der Feldbetten. Günther Wagner, Beauftragter des Landes Rheinland-Pfalz für den Westwall, vermutet, dass auf der Brücke Türme mit Kampfräumen oder ein großer Bunker errichtet werden sollten. Ähnliche Anlagen gibt es in etlichen Autobahnbrücken aus der Zeit der Hitler-Diktatur. Allerdings kennt Wagner keine in dieser Größe. In dieser Beziehung ist die Brücke bei Sandhofen also untypisch, in anderen nicht - als Bauwerk des Nationalsozialismus. Es wurden regionale Steinarten zur Verblendung des Betonbauwerks genutzt. Wir musste es Sandstein sein. Typisch ist auch der Rückgriff auf Formen, die an die römische Antike erinnern sollten. In diesem Fall könnte aber der nicht weit entfernte Speyerer Dom mit seinen imposanten Rundbögen als stilistisches Vorbild gedient haben. Dass die Brücke noch heute allen Belastungen standhält, ist nicht zuletzt der Ideologie vom "Ewigkeitswert" zu verdanken. Auch als Ruinen sollten die Monumentalbauwerke des Dritten Reiches Jahrtausende überdauern - wie das Kolosseum in Rom oder die ägyptischen Pyramiden.

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