Grün-Weiss Mannheim

Tennis Bundesliga-Tabellenführer gewinnt Heimspiel gegen Aufsteiger TV Reutlingen souverän mit 6:0 / Morgen in Aachen

Grün-Weiss bleibt auf Kurs

Archivartikel

Mannheim.Federico Delbonis hatte es nach seinem verwandelten Matchball eilig, in den Schatten zu kommen. Nur zwei Autogrammjäger, deren Wunsch der Argentinier gerne erfüllte, sorgten für eine kurze Verzögerung. „Es war zu heiß. Das Match war härter als erwartet, ich habe nicht mit 35 Grad gerechnet“, sagte Delbonis und atmete durch. Mit 6:2, 6:2 entschied das Bundesliga-Ass von Grün-Weiss Mannheim das Duell gegen Reutlingens Jordi Samper-Montana auf dem Centre Court am Feudenheimer Neckarplatt für sich. Ein klares Ergebnis, doch der Davis-Cup-Sieger bekam von seinem spanischen Kontrahenten nichts geschenkt. Es war ein zäher Tennis-Kampf, in dem sich letztendlich die höhere spielerische Qualität von Delbonis durchsetzte.

So war es auch in den anderen drei Einzel-Duellen, die allesamt an den favorisierten Spitzenreiter aus Mannheim gingen und Grün-Weiss somit vorzeitig den Gesamtsieg gegen den abstiegsbedrohten Aufsteiger TV Reutlingen sicherten. Nach den Doppeln hieß es 6:0. „Wir freuen uns riesig und schauen, wie weit es noch geht“, bilanzierte Grün-Weiss-Teamchef Gerald Marzenell hoch zufrieden.

Den schwersten Gang hatte Peter Gojowczyk. Der 29-Jährige schlug Reutlingens Lorenzo Giustino nach Startschwierigkeiten im Champions Tiebreak mit 10:6. Im ersten Durchgang kam der deutsche Davis-Cup-Spieler überhaupt nicht ins Match und verlor 2:6. Doch Gojowczyk gab trotz der Hitze nicht auf und kämpfte sich zurück. Es war eine tolle Willensleistung. Der zweite Durchgang ging mit 6:2 an den Münchner, der diesen Aufwind in den Champions Tiebreak mitnahm und den Grün-Weiss-Erfolg durch den vierten Einzelpunkt eintütete.

„Meine letzten Trainingseinheiten waren auf Hartplatz, deshalb habe ich mich im ersten Satz überhaupt nicht wohl gefühlt und den Ball nicht sauber getroffen. Danach bin ich aber gut zurückgekommen. Ich habe besser aufgeschlagen, aggressiver gespielt und das Match solide nach Hause gebracht“, erläuterte Gojowczyk, der Anfang nächster Woche für die Hartplatzsaison in die USA fliegen wird.

Sein Teamkollege Andreas Beck wurde seiner Rolle als Mister Zuverlässig wieder einmal gerecht. Der Schwabe gewann gegen Florian Fallert 6:2, 6:4. Kurios: Beck ist Fallerts Trainer. „Es war eine ungewohnte Situation für mich, gegen einen meiner Schüler zu spielen. Das war sehr schwierig, aber ich habe gut gespielt“, sagte der Grün-Weiss-Akteur. Eine kleine Schwächephase im zweiten Satz aufgrund der hohen Temperaturen gab es, doch beim 4:4 übernahm er wieder das Kommando. „Es ist kein Geheimnis, dass wir Meister werden wollen, doch es kommen noch starke Gegner. Deshalb schauen wir von Spiel zu Spiel“, erklärte Beck, der auch am morgigen Sonntag (11 Uhr) im Duell in Aachen – das durch die Heimniederlage gegen Neuss mit dem Rücken zur Wand steht – aufschlagen wird. Sein Reutlinger Kumpel Michael Berrer unterlag Mannheims Tobias Kamke glatt 1:6, 4:6.

TC Weinheim mit Remis

Durch ein 7:6, 6:3 von Frank Wintermantel/Florin Mergea über Jürgen Melzer/Carlos Berlocq im abschließenden Doppel erreichte der TC Weinheim im Heimspiel gegen Krefeld ein 3:3-Unentschieden. Nach den Einzeln hatte es 2:2 gestanden. Benjamin Becker verlor bei seinem Debüt für die Bergsträßer gegen Alessandro Gianessi 3:6, 4:6 – Moritz Baumann unterlag Berlocq 6:3, 0:6, 7:10. Weinheims Casper Ruud schlug Paolo Lorenzi 6:4, 6:2 und Luca Vanni bezwang Jürgen Melzer 3:6, 6:1, 10:3. Das zweite Doppel verlor die Weinheimer Kombination Ruud/Vanni 0:6, 6:2, 7:10 gegen Lorenzi/Gianessi.