Grün-Weiss Mannheim

Tennis Meister muss zum Start der neuen Bundesliga-Saison gegen Aufsteiger Sennelager ran / Teamchef Marzenell beim Thema Titelverteidigung zurückhaltend

Grün-Weiss in der Rolle des Gejagten

Archivartikel

Mannheim.Wenn Gerald Marzenell an die Meister-Saison zurückdenkt, funkeln die Augen des Teamchefs von Grün-Weiss Mannheim noch immer. „Ein Jahr durften wir den Titel genießen. Jetzt fangen wir wieder von vorne an“, erklärt der 55-Jährige vor dem Auftakt der neuen Bundesliga-Saison am Sonntag (11 Uhr) bei Aufsteiger TuS Sennelager. „Ich erwarte eine sehr schwere Runde. Wir sind vom Jäger zum Gejagten geworden.“ Krefeld, Lambertz Aachen und Gladbach nennt Marzenell als seine drei Topfavoriten, das Thema Titelverteidigung geht er zurückhaltend an. „Wir wollen diese Clubs ärgern – die Bundesliga ist noch ausgeglichener geworden“, sagt der GW-Teamchef, der die ersten vier Spieltage abwarten will, ehe er sich final zu den Perspektiven des Teams äußern möchte.

Zum Start bekommen es die Mannheimer auswärts mit den Aufsteigern Sennelager und BW Aachen zu tun, ehe das Heimspiel gegen den starken Neuling Großhesselohe München mit den ehemaligen GW-Spielern Peter Gojowczyk und Daniel Brands sowie das Derby mit dem TC Weinheim auf der Anlage am Neckarplatt auf dem Spielplan stehen. „Wir müssen sofort voll da sein, jeder will den Meister schlagen“, blickt Marzenell voraus. „Wenn wir in diesen richtungsweisenden Partien fünf, sechs Punkte holen, haben wir die Chance bis zum Schluss um die oberen Plätze mitzuspielen – das ist natürlich unser Ziel.“

Der neu formierte Kader mit Rückkehrer Dusan Lajovic, Pedro Martinez und Jeremy Jahn hat laut Marzenell ein ähnliches Niveau wie vor einem Jahr. Auch der Etat liegt wieder bei 220 000 Euro, womit sich Grün-Weiss im oberen Mittelfeld der Spielklasse befindet. Allerdings werden Mannheims Spitzenkräfte diesmal nicht so oft antreten können, wie vor einem Jahr, als Radu Albot, Peter Gojowczyk, Maximilian Marterer und Federico Delbonis vier oder fünf Mal aufschlugen. „Lajovic und Delbonis werden durch ihre Verpflichtungen auf der ATP-Tour ein, zwei Mal spielen. Albot wird wahrscheinlich ein Wochenende zur Verfügung stehen – und früh zu den US-Turnieren reisen“, berichtet Marzenell. Ob der zweimalige French-Open-Finalist Thiem erneut ein Bundesliga-Match für Grün-Weiss bestreitet, ist offen. „Wir müssen einfach abwarten. Darauf spekulieren sollte man nicht“, erklärt Marzenell. Den Kern des Teams werden Tobias Kamke, Robin Kern, Andreas Beck, Simon Stadler sowie die Neuzugänge Martinez und Jahn bilden. Gerald Melzer kann nach seiner Fußgelenkoperation frühestens zum Rundenende eine Option werden.

Als Nummer eins für die erste Saisonphase plant Marzenell mit Maximilian Marterer. Der Aufsteiger des Vorjahres ist allerdings durch anhaltende Knieprobleme in der Weltrangliste auf Platz 175 zurückgefallen und hat seit den French Open in Paris kein Match mehr bestritten. „Maxi trainiert seit einer Woche wieder. Ich gehe davon aus, dass er im ersten Heimspiel dabei sein wird – vielleich schon an diesem Wochenende“, setzt der Grün-Weiss-Teamchef auf die Willensstärke des gebürtigen Nürnbergers.

Derby mit Weinheim am 21. Juli

Ein Saisonhöhepunkt soll das Heimspiel gegen den TC Weinheim am 21. Juli werden. Dem Nachbarn, der sich gut verstärkt hat, traut Marzenell eine Platzierung im oberen Mittelfeld zu. Weinheims Topspieler ist der Australier John Millman als Weltranglisten-64., Mannheims bestplatzierter Profi Thiem die Nummer vier. Damit führt der Österreicher die Bundesliga-Meldeliste an. „30 Spieler aus den Top 100 sind dieses Jahr dabei, sogar drei aus den Top 20“, freut sich Marzenell. Neben Thiem sind das Fabio Fognini (10/Köln) und Nikoloz Basilashvili (16/Großhesselohe).