Grün-Weiss Mannheim

Tennis Durch den 4:2-Heimsieg im Bundesliga-Duell mit Großhesselohe München erreicht der Meister trotz Verletzungssorgen sein erstes Saisonziel

Kamke ebnet den Weg für Grün-Weiss

Mannheim.Als Tobias Kamke seinen vierten Matchball im Einzel gegen Peter Gojowczyk verwandelt hatte, feierten ihn seine Grün-Weiss-Teamkollegen ausgelassen auf der Tribüne des Centre Courts. Sie umarmten ihn, klatschten ab. Kamkes Coup im Duell mit dem Münchner Davis-Cup-Spieler, der im Vorjahr noch zum Mannheimer Meisterteam gehörte, war für den ersatzgeschwächten Titelverteidiger der Schlüssel zum 4:2-Erfolg über den starken Bundesliga-Aufsteiger TC Großhesselohe München.

6:4, 1:6, 14:12 hieß es am Ende für Kamke, der im spannenden Match-Tiebreak die besseren Nerven hatte und Mannheim die mental wichtige 3:1-Führung nach den Einzeln sicherte. „Es war natürlich ein besonderes Match durch die gemeinsam gewonnene Meisterschaft, außerdem hatten wir noch nie in einem offiziellen Match gegeneinander gespielt“, erklärte der Hamburger freudestrahlend. „Ich habe das aber ganz gut ausblenden können.“

Für den 33-jährigen Tennis-Profi läuft es nach Verletzungsproblemen wieder rund. Beim Challenger Turnier in Braunschweig schaffte es der gebürtige Lübecker, der durch eine Entzündung in der Hüfte in der Weltrangliste bis auf Platz 266 abrutschte und seit Juni wieder schmerzfrei ist, am Samstag bis ins Finale. Dort stoppte ihn der Brasilianer Thiago Monteiro zwar mit 6:7, 1:6 – doch Kamkes Selbstvertrauen bekam durch die erfolgreiche Woche einen Schub, der ihm jetzt auch in der Bundesliga gegen den favorisierten Weltranglisten-121. Gojowczyk die nötige Energie gab.

„Zwischendurch hat mir die Frische ein bisschen gefehlt, ich war von den sechs Spielen in Braunschweig müde. Da muss man sich selbst einen Tritt geben, dann geht das“, beschrieb Kamke sein Einzel. Im zweiten Durchgang riskierte „Gojo“ mehr – und setzte sich glatt durch. „Peter kann unglaublich gut spielen, das hat er in unserem Meisterjahr bewiesen“, sagte Kamke, der sich aber wieder zurückkämpfte und im Match-Tiebreak das bessere Ende für sich hatte.

Pedro Martinez und Andreas Beck brachten den dritten 4:2-Sieg im dritten Saison-Spiel schließlich im Doppel ins Ziel, indem sie Andreas Bachinger und Daniel Brands mit 6:2, 6:3 schlugen. „Es fühlt sich großartig an. 6:0 Punkte waren nicht zu erwarten. Wir haben den Schwung aus der Meistersaison mitgenommen. Die Stimmung in der Mannschaft ist wieder gigantisch“, bilanzierte Gerald Marzenell. „Mit dem guten Saison-Start haben wir unser erstes Ziel geschafft.“ Der Grün-Weiss-Teamchef musste an den ersten Spieltagen immer wieder improvisieren, weil aktuell sechs Profis aus dem Kader verletzt sind. Radu Albot fehlte gegen Großhesselohe aufgrund von Rückenproblemen. Maximilian Marterer, Gerald Melzer und Marc Lopez fallen wahrscheinlich sogar für die gesamte Runde aus.

Doch Grün-Weiss meistert diese Probleme bisher eindrucksvoll. „Wir haben noch immer eine gute Mannschaft und stellen uns der Situation“, beschrieb Routinier Andreas Beck die Herangehensweise, die dem Titelverteidiger schon am Freitag beim 4:2 über Aufsteiger BW Aachen geholfen hatte. Regenbedingt stand dieser Coup erst eine halbe Stunde vor Mitternacht in der Halle fest – und zwar im niederländischen Vaals. „In meiner ganzen Bundesliga-Karriere habe ich erst einmal zuvor so lange gespielt. So krass wie am Freitag war es aber noch nie. Für einen Erfolg nehme ich das allerdings gerne in Kauf“, berichtete Beck, der auch am Sonntag wieder sein Einzel gewann.

Das 6:3, 6:2 über Daniel Brands, der im Meisterjahr noch für Grün-Weiss aufschlug, war ein besonderes Match für ihn. „Auf der ATP-Tour war Brandi immer ein bisschen mein Angstgegner“, erklärte der Schwabe. „Diesmal habe ich aber absolut verdient gewonnen.“ Diese Aussage galt ebenfalls für das Doppel mit Pedro Martinez. Der spanische Neuzugang beeindruckte auch im Einzel mit einem souveränen Erfolg über Münchens Topspieler Bachinger.

TC Weinheim unterliegt Aachen

Am nächsten Sonntag (11 Uhr) steigt am Neckarplatt das Derby zwischen Grün-Weiss und dem TC Weinheim, der sein Heimspiel gegen Kurhaus Lambertz Aachen mit 2:4 verlor. Die Siege für Weinheim holten Andrea Arnaboldi und Luca Vanni im Einzel, Yannick Hanfmann verlor das Spitzenduell mit Jan Lennard Struff 5:7, 6:3, 2:10. Das entscheidende Doppel gewannen Struff/Nils Langer mit 6:4, 7:6 gegen Hanfmann/Moritz Baumann.

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