Grün-Weiss Mannheim

Tennis Grün-Weiss Mannheim besiegt Gladbacher HTC mit 4:2 / Marterer glänzt bei seinem vorerst letzten Auftritt am Neckarplatt gegen Tschechen Vesely

Meisterlich auch ohne endgültigen Titelvollzug

Archivartikel

Mannheim.Mannheims Radu Albot verwandelte den Matchball zu seinem souveränen 6:2, 6:4-Erfolg gegen den Gladbacher Franko Skugor und ließ sich danach von seinen Teamkollegen zurecht feiern. Etwas später kehrte er noch mal auf den Platz zurück und holte sich den verdienten Extra-Applaus der Zuschauer auf Platz 10 ab, die inzwischen in großen Scharen vom Center Court herüber gepilgert waren. Es war die Entscheidung im Heimspiel gegen den Gladbacher HTC.

Schon das sechste Mal in den bisher sieben Saisonspielen 2018 stand der TK Grün-Weiss Mannheim bereits nach den Einzeln als Sieger fest – am Ende hieß es 4:2. Damit ist auch klar, dass den Mannheimern der siebte Meistertitel nur noch theoretisch zu nehmen ist, wenn sie zwei hohe Niederlagen kassieren und Halle oder Düsseldorf ihrerseits zwei deutliche Siege feiern. „Wir haben am Wochenende noch mal einen Punkt gut gemacht und jetzt vier Punkte Vorsprung bei zwei ausstehenden Spielen“, ordnete Gerald Marzenell die Tabellensituation ein. „Wir geben den Titel nicht mehr aus der Hand“, versprach der Teamchef.

Vom ersten Ballwechsel an dominierte Maximilian Marterer den Tschechen Jiri Vesely vor insgesamt 2400 Zuschauern. Dabei zeigte er sein gesamtes Repertoire an Schlägen und trieb seinen Gegner mit gefühlvollen Stoppbällen schier zur Verzweiflung. Besonders zuverlässig war Marterers Aufschlag, der viele Punktgewinne einleitete und ihm einen problemlosen Zwei-Satz-Erfolg (6:2, 6:4) ermöglichte.

„Ich habe ihm wenig freie Punkte gegeben“, zeigte sich Marterer auch mit seinem Returnspiel gegen den aufschlagstarken 1,98-Meter-Hünen zufrieden. Kurz vor seinem Abflug in die USA lobte der Shootingstar noch Publikum und Team und nährte die Hoffnung der Fans auf weitere Marterer-Siege am Neckarplatt im nächsten Jahr: „Ich habe hier jedes Spiel genossen und auch innerhalb der Mannschaft stimmt es einfach.“

Der an Punkt vier eingesetzte Tobias Kamke hatte dagegen das schwierigste Match des Tages zu bestreiten. Nach Kamkes 1:6-Klatsche im zweiten Satz startete sein Kontrahent, der 20-jährige Tim Sandkaulen, mit großem Selbstvertrauen in den anschließenden Match-Tiebreak und führte schnell mit 3:0. Doch der erfahrene Kamke ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, verbuchte fortan sieben Punkte in Folge und entschied den dritten Satz für sich. Ein besonderes Lob ging nach dem Match an seinen Coach Simon Stadler. „Simon gibt mir die Ruhe in den entscheidenden Momenten, das hilft mir extrem.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt in diesen perfekt laufenden Sommerwochen ist der Teamgeist bei Grün-Weiss. „Es ist bei uns immer ein Miteinander, egal, wer spielt. Es herrscht ein unglaublicher Zusammenhalt“, gewährte ein von Hitze und Gegner erschöpfter Kamke Einblicke ins Innenleben des erfolgreichen Teams.

Delbonis und Albot siegen glatt

Der südamerikanische Sandplatzspezialist Federico Delbonis ließ Aleksandr Nedovyesov nicht den Hauch einer Chance und siegte glatt in zwei Sätzen, ebenso wie später sein Teamkollege Radu Albot.

Nach dem feststehenden Sieg fiel die Spannung vor den Doppelbegegnungen etwas ab und beide Paare verloren prompt den ersten Satz. Albot und Kern schafften zwar den Satzausgleich, unterlagen aber im Match-Tiebreak denkbar knapp. Noch schlechter erging es dem Duo Beck/Melzer, das auch den zweiten Satz abgeben musste. jab