Grün-Weiss Mannheim

Tennis Grün-Weiss Mannheim setzt Siegesserie bei TK Kurhaus Aachen mit 5:1-Triumph fort und ist drei Spieltage vor Rundenende noch immer ohne Niederlage

Unaufhaltsam Richtung Titel

Archivartikel

Aachen.Tobias Kamke sprach von beflügeln, Peter Gojowczyk von „pushen“ – beide wussten, was so ein Schub Extra-Motivation von der Bande durch die Teamkollegen beim 5:1-Triumph von Grün-Weiss Mannheim bei TK Kurhaus Aachen auslösen kann. „Das ist wichtig, wenn man weiß, dass die Mannschaft draußen sitzt und nach jedem Punkt schreit“, war Kamke von der Lautstärke des GW-Teams begeistert. Gojowczyk ging noch weiter: „Ich war im Match-Tiebreak mit 1:4 gegen Martin Cuevas hinten. Alle haben mich nach vorne gebrüllt“.

Starker Zusammenhalt

Besonders nach Kamkes entscheidendem Punkt zum 10:5 im Match-Tiebreak gegen Guillermo Olaso kannte der Jubel keine Grenzen. „Der Knackpunkt war heute der Teamspirit – der hat den Ausschlag gegeben“, freute sich Teamchef Gerald Marzenell über die „unvorstellbare Stimmung unter den Spielern“.

Kamkes Sieg gegen den Spanier war dabei mehr als nur die Vorentscheidung im Match gegen die Aachener. Grün-Weiss festigte auch seine Vormachtstellung in der Tennis-Bundesliga. Drei Spieltage vor Schluss führen die Mannheimer weiter ungeschlagen mit 11:1-Punkten die Tabelle an. Mit drei Zählern weniger ist Blau-Weiß Krefeld der härteste Verfolger. Am 11. August schlägt GW dort zum Showdown auf.

War die Vorgabe des Teamchefs von „einem Punkt, um im Meisterschaftsrennen dabei zu sein“ am Freitag noch gewohnt defensiv, gerät der 54-Jährige nun ins Träumen: „Wir haben heute einen Schritt nach vorne gemacht, um die deutsche Meisterschaft unter Dach und Fach zu bringen.“

Neben mannschaftlicher Geschlossenheit war gegen Aachen erneut die Willensstärke das große Plus. Alle Einzelsiege wurden in der aktuellen Paradedisziplin erkämpft – im Match-Tiebreak.

Kurzzeitige Tiefs, wie das des ehemaligen Davis-Cup-Spielers Kamke, wurden locker weggesteckt. Ihm glitt im ersten Satz das Match fast aus der Hand. „Ich hatte mehrere Möglichkeiten, konnte aber keine nutzen“, haderte der gebürtige Lübecker nach dem verlorenen ersten Satz. Nach einer Absprache mit GW-Trainer Simon Stadler lief es wieder rund. „Simon und ich haben festgestellt, dass ich mich besser bewegen muss“, so der selbstkritische Kamke. Danach dominierte er das Geschehen und holte sich mit 6:3 den zweiten Satz und bewies im Match-Tiebreak die nötige Lockerheit.

Kurze Schwächephase

GW-Teamkollege Andreas Beck war beim 6:4, 6:7, 10:8 über Philipp Petzschner noch abgezockter. Mit einem sagenhaften Lob holte sich „Mister Mannheim“ die Entscheidung.

Auch Daniel Brands ließ nach einer kurzen Schwächephase im Match-Tiebreak nichts anbrennen und gewann mit 7:6, 4:6, 10:2 gegen Nils Langer. „Ich habe im dritten Satz einen kühlen Kopf bewahrt. Ich bin hochzufrieden“, zog Brands ein positives Fazit, wenn auch mit einer kleinen Einschränkung: „Ich hatte Probleme, mich auf Sand zu bewegen.“ Teamkollege Peter Gojowczyk hatte ebenfalls seine Schwierigkeiten mit dem Untergrund: „Der Sand war sehr tief und ich habe es meinem Gegner zu einfach gemacht – am Ende hatte ich ein bisschen Glück.“