Grün-Weiss Mannheim

Tennis Teamchef Gerald Marzenell sieht Grün-Weiss Mannheim auf einem guten Weg für den siebten Meistertitel

„Wir haben es in der Hand“

Archivartikel

Mannheim.Rosige Aussichten rund um das Feudenheimer Neckarplatt. Tennis-Bundesligist Grün-Weiss Mannheim grüßt mit drei Punkten Vorsprung von der Tabellenspitze. Teamchef Gerald Marzenell nimmt drei Spieltage vor Rundenende die Favoritenrolle für den möglichen siebten Meistertitel an, will aber noch kein Versprechen abgeben.

Herr Marzenell, wieder vier Einzelsiege im Match-Tiebreak beim Spiel in Aachen. Wie steht es um die Nerven? Schenken Ihnen ihre Spieler schon Beruhigungstee?

Gerald Marzenell: (lacht) Das hat wirklich viele Nerven gekostet. Das Match stand in allen vier Einzelpartien auf der Kippe. Wir hatten drei Mal das Glück auf unserer Seite – nur in einer Begegnung waren wir vorne. In zwei Spielen lagen wir mit 1:4 und 2:5 zurück – das ging an die Nerven.

Bei drei Punkten Vorsprung auf den zweiten Krefeld geht der Titel 2018 nur über Mannheim, oder?

Marzenell: Wir haben das Steuer nun in der Hand. Es wäre Unsinn, etwas anderes zu sagen. Die Stimmung in der Mannschaft ist gigantisch. Aber es sind insgesamt noch sechs Punkte zu holen, davon müssen wir vier mitnehmen. Das wird kein Honigschlecken.

Bei einer Krefelder Niederlage könnte der Titel mit einem Sieg am Sonntag daheim gegen Gladbach bereits feststehen.

Marzenell: Das ist unrealistisch, Krefeld wird nicht in Düsseldorf verlieren. Da bin ich mir sicher. Wir müssen die Gladbacher auch erst einmal schlagen. Ich schätze sie genauso stark ein wie uns. Die haben ein paar dumme Punkte verloren – da müssen wir bestehen. Das Ziel ist es, nach dem Spiel am Sonntagabend mit zwei oder drei Punkten Vorsprung nach Krefeld zu fahren.

Das wäre dann der Showdown um die Meisterschaft. Wie kann man Krefeld knacken?

Marzenell: Das ist eine sehr ausgeglichene Mannschaft mit reinen Sandplatzspielern. Deshalb haben sie ein paar Punkte weniger als wir auf dem Konto. In den Einzeln sind sie mit ihren Topspielern Jürgen Melzer oder auch Paolo Lorenzi genial. In den Doppeln kann man sie knacken. Wenn wir aus den Einzel-Partien etwas mitnehmen, dann ist alles drin.

Vor der Runde nannten Sie Düsseldorf und Halle als stärkste Konkurrenten. Beide haben vier Punkten weniger und liegen abgeschlagen auf Rang drei und vier. Wundert Sie das?

Marzenell: Jein. Beide Teams haben ihre Matchs gegen uns nicht gewonnen. Wir hatten in diesen engen Partien das Glück auf unserer Seite und sind auch von Verletzungen verschont geblieben. Diese Glück hatten beide Mannschaften nicht. Wenn zwei Spieler ausfallen, wird es schwierig.

Neben Glück zeichnet ihre Mannschaft aber noch mehr aus – was macht in dieser Runde den größten Unterschied?

Marzenell: Wir leben seit Jahren von unserem Teamgeist. Deshalb haben wir schon viele Titel geholt. Dieses Jahr ist das ganz extrem und auch die Neuen wie Maximilian Marterer haben direkt eingeschlagen. Das hat eine Eigendynamik angenommen.

Welcher Spieler hat aktuell die größte Entwicklung durchlebt?

Marzenell: Ich müsste vier oder fünf nennen, aber Maxi Marterer oder Peter Gojowczyk muss man hervorheben. Beide sind bisher ungeschlagen. Peter sollte ursprünglich nur zwei, drei Spiele machen – jetzt sind es fünf. Er hat ein paar Termine umgelegt, weil er eigentlich schon auf dem Weg in die USA für die Hartplatzsaison wäre. Nun fliegt er erst in dieser Woche.

Wer wird Gojowczyk in den kommenden drei Spielen ersetzen?

Marzenell: Marterer und Federico Delbonis werden spielen und Peter adäquat ersetzen. Wir haben es geschafft, dass immer einer unserer Weltklassespieler für uns aufschlägt.

Abschließend noch ein Versprechen: Angelique Kerber sprang nach ihrem Australien Open-Triumph in den Yarra River. Springt Gerald Marzenell bei einem Mannheimer Titel in den Neckar?

Marzenell: (lacht) Das ist noch zu weit weg. Wenn der nächste Sonntag rum ist, sag ich Ihnen, was ich vorhabe. Irgendwas werde ich machen.