Handball

Handball Liga-Boss Bohmann sieht Probleme für Europapokal

„Ausgefallene Spiele nicht nachholbar“

Archivartikel

Mannheim.Frank Bohmann hält eine Neuansetzung von ausgefallenen Handball-Länderspielen in der EM-Qualifikation und von Europapokal-Partien in den Club-Wettbewerben in dieser Saison für nicht umsetzbar. „Die ausgefallenen Spiele in der EM-Qualifikation sind meiner Meinung nach nicht nachholbar“, sagte der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL) dieser Redaktion: „Wenn wir uns den Rahmenterminplan bis zum Juni anschauen, gibt es keine freien Termine. Und mit Blick auf die ohnehin schon hohe Belastung kann man es den Spielern nicht zumuten, in einer Nationalmannschaftswoche plötzlich drei oder vier statt zwei Länderspiele zu bestreiten.“

In der vergangenen Woche waren mehr als ein Dutzend Begegnungen in der EM-Qualifikation wegen der Corona-Pandemie ausgefallen, zum Beispiel bestritten die Franzosen mit Romain Lagarde von den Rhein-Neckar Löwen keine ihrer zwei angesetzten Partien.

Bitter positiv getestet

Auch zahlreiche Europapokalspiele der deutschen Vereine fanden zuletzt nicht statt, von den Löwen fielen die Begegnungen gegen Trimo Trebnje und bei Grundfos Tatabanya in der Gruppenphase der European League aus. Entsprechend sieht Bohmann „das gleiche Termin-Problem für die internationalen Club-Wettbewerbe. Denn wenn wir ehrlich sind, müssen wir davon ausgehen, dass dort noch mehr Spiele ausfallen, für die es keine Nachholtermine gibt.“ Seiner Meinung nach gibt es nur eine Lösung: „Man wird die ausgefallenen Spiele also einfach werten müssen, auch wenn ich verstehe, dass sich die EHF (Europäischer Handball-Verband: Anmerkung der Redaktion) damit vielleicht schwertun wird.“

Nicht überrascht ist Bohmann über die Tatsache, dass sich mit dem Stuttgarter Torwart Johannes Bitter ein Nationalspieler in der Länderspielwoche mit dem Corona-Virus infizierte, nachdem die Liga zuvor klare Bedingungen an alle Nationalverbände für die Abstellung ihrer Spieler gestellt hatte. „Ich will mich da im Nachhinein nicht zum Propheten machen. Ich bin davon überzeugt, dass der Deutsche Handballbund sein Hygienekonzept eingehalten hat“, sagte der HBL-Boss: „Zu einer Infektion kann es ebenso im Ligabetrieb kommen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit bei den Nationalteams höher ist, weil dort Spieler aus unterschiedlichen Vereinen zusammenkommen.“

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