Handball

Handball Kaum ein Oberliga-Aufsteiger ist den Herausforderungen gewachsen – Heddesheim will das Gegenteil beweisen

Der Fluch des Neulings

Archivartikel

Heddesheim.Am Sonntag startet für die Handballer der SG Heddesheim das Abenteuer Oberliga. In den vergangenen Jahren schaffte es kaum einmal eine Mannschaft, als Aufsteiger aus der Badenliga die Klasse zu halten. Zu stark war die Konkurrenz, zu groß der Leistungssprung. Die Heddesheimer wollen aber in diesem Jahr für Furore sorgen und eine positive Entwicklung fortsetzen, die als mittelfristiges Ziel den Liga-Verbleib hat.

Eng verbunden ist der Aufwärtstrend mit dem Spielertrainer Martin Doll. Als echtes Heddesheimer Eigengewächs gelang es dem inzwischen 32-jährigen Spielmacher, gemeinsam mit seinen Co-Trainern Carsten Klavehn und Torsten Edinger für eine positive Grundstimmung im Team und im Verein zu sorgen. Auch in der Vorbereitung machte die SGH Fortschritte und scheint für den Saisonstart in eigener Halle am Sonntag um 17.30 Uhr gegen die TSG Söflingen gewappnet. „Das wird zwar nicht leicht, wir bekommen es mit einer etablierten, eingespielten Mannschaft zu tun. Aber wir werden alles geben und versuchen, auch die Euphorie nach dem Aufstieg noch zu nutzen“, sagt Doll.

Starke Neuzugänge

In personeller Hinsicht ist es den Verantwortlichen gelungen, an den vermeintlichen Schwachstellen nachzulegen: Mit dem drittligaerfahrenen Christian Fendrich (HG Oftersheim/Schwetzingen) und Rückkehrer Marlon Lierz (TV Friedrichsfeld/Badenliga) verfügt die SGH nun über zwei wurfgewaltige Rückraumspieler. „Beide sind für die einfachen Tore gut. Wir hatten zuletzt das Defizit, dass uns Distanzschützen fehlen und wir leicht auszurechnen waren“, sagt Doll, der sein Team sehr gut aufgestellt sieht.

Neben dem Rückraum–Duo wurde noch Björn Skade vom HSV Hockenheim (Badenliga) verpflichtet, womit die Abgänge von Dymal Kernaja (TSV Amicitia Viernheim) und Tobias Seel (Ziel unbekannt) mehr als kompensiert sein sollten. Doll: „Ich sehe uns stärker als in der vergangenen Runde.“

Das liegt sicherlich auch an der intensiven Vorbereitungsphase, die der Coach seinen Spielern auferlegte. Seit Juni lief das Training, viele Testspiele wurden absolviert und die Mannschaft deutete immer wieder an, dass die Formkurve nach oben zeigt. Ein Highlight war dabei zweifelsfrei der Gewinn des Osada-Cups in Viernheim, wo unter anderem der Drittligist TVG Großsachsen bezwungen wurde. „Aber das sollten wir auch nicht überbewerten. Es ist gut für die Moral und die Stimmung, aber wir wissen alle, dass eine schwere Runde auf uns wartet. Es wird sicherlich auch Rückschläge geben. Und bei bis zu sechs Absteigern wird es ein hartes Stück Arbeit, die Liga zu halten“, erklärt der Spielertrainer, um dann aber doch wieder Zuversicht auszustrahlen: „Die Stimmung ist klasse, wir sind gut drauf, haben keine Ausfälle – jetzt kann es losgehen. Und wir wollen am Sonntag gleich zeigen, dass wir gut gearbeitet haben.“