Handball

Handball Deutsche Nationalmannschaft gewinnt 35:23 in Estland

Deutlich verbessert

Archivartikel

Tallinn.Unbeeindruckt von den schwierigen Corona-Umständen haben Deutschlands Handballer ihre wohl ungewöhnlichste Dienstreise erfolgreich bewältigt. Mit dem klaren 35:23 (13:12) im ersten Länderspiel der Geschichte gegen Estland feierte die DHB-Auswahl am Sonntag in Tallinn ihren zweiten Sieg in der EM-Qualifikation und nimmt mit 4:0 Punkten als Tabellenführer der Gruppe 2 frühzeitig Kurs auf die Endrunde 2022. Bester Werfer für das Team von Bundestrainer Alfred Gislason war Julius Kühn mit neun Toren.

„Insgesamt haben wir deutlich besser gespielt als im letzten Spiel. Vor allem nach der Pause waren wir sehr diszipliniert und abgezockt“, bilanzierte Gislason. „Da haben wir eine starke Abwehr gestellt, und vorne sind alle lässig und locker zum Tor gegangen. Wir haben einen Schritt in die richtige Richtung gemacht.“

Dabei war die Vorbereitung alles andere als normal. Die deutschen Spieler hatten sich am Samstag nach der Ankunft in der estnischen Hauptstadt einem Corona-Test unterziehen und danach auf ihren Hotelzimmern in Isolation begeben müssen. Erst wenige Stunden vor dem Anpfiff durfte das Team beim Mittagessen wieder zusammenkommen, nachdem alle Testergebnisse negativ ausgefallen waren.

„Es ist schon ein sehr ungewöhnlicher Fall, dass wir kein Abschlusstraining machen konnten und direkt aus dem Flugzeug in Quarantäne gegangen sind. Ich hoffe, das bleibt eine einmalige Sache“, sagte Kiels Kreisläufer Hendrik Pekeler. Und Top-Torschütze Kühn ergänzte: „Es ist nicht leicht, unter diesen Bedingungen zu spielen.“

Trotz der widrigen Begleiterscheinungen startete der WM-Vierte wesentlich konzentrierter als beim mühevollen 25:21-Auftaktsieg gegen Bosnien-Herzegowina am vergangenen Donnerstag in Düsseldorf. Nach 18 Minuten lag die deutsche Mannschaft beim 9:5 erstmals mit vier Toren in Führung, weil vor allem Melsungens Rückraumschütze Kühn einen guten Tag erwischte und allein vor der Pause sechsmal traf.

Doch nach 20 Minuten verlor die DHB-Auswahl beim Stand von 11:7 plötzlich ihre Souveränität. Die Esten, die wegen Verletzungen und Corona-Fällen auf acht Spieler verzichten mussten, witterten ihre Chance und kamen mit einem 3:0-Lauf wieder heran. „Es hat mich geärgert, wie schnell wir den klaren Vorsprung aus der Hand gegeben haben“, monierte Gislason nach dem Abpfiff. „Wir haben in dieser Phase zu viele Fehler gemacht und vorne die Bälle weggeworfen.“

Nach dem Wechsel war die deutsche Mannschaft wieder hellwach. Beim 20:13 (40.) war die Partie praktisch entschieden, zumal sich der EM-Fünfte keine weitere Schwächephase leistete. dpa

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