Handball

HSG Wetzlar Neu-Löwe Kohlbacher wird operiert

Ein letztes Mal in Grün-Weiß

Archivartikel

Wetzlar.Er reißt sich noch einmal zusammen. Seit Wochen machen Jannik Kohlbacher freie Gelenkkörper im Ellenbogen des rechten Arms zu schaffen. Eine Operation beim Kreisläufer der HSG Wetzlar ist unumgänglich – das Final Four um den DHB-Pokal will sich der 22-Jährige aus Birkenau-Reisen, der in der nächsten Saison für die Rhein-Neckar Löwen spielen wird, aber nicht entgehen lassen. In Hamburg beißt er noch einmal auf die Zähne, danach legt er sich unter das Messer und wird nicht mehr für die Grün-Weißen spielen.

Klar ist: Die Mittelhessen, die im Halbfinale auf die TSV Hannover-Burgdorf treffen und erstmals seit 17 Jahren wieder an der Pokal-Endrunde teilnehmen, sind der große Außenseiter in der Hansestadt. Unterschätzen sollte die HSG aber niemand, denn der Club hat in den vergangenen Jahren eine fantastische Entwicklung genommen.

Doch wie schafften es die Wetzlarer bloß in jedem Jahr, trotz der prominenten Abgänge immer wieder eine starke Saison zu spielen? Kohlbacher sagt, das sei die ihm meist gestellte Frage – und obwohl er schon so oft darüber nachdenken sollte, hat der Nationalspieler noch keine umfassende Antwort gefunden. Eines steht für ihn aber fest: „Unser Trainer Kai Wandschneider stellt jedes Jahr eine neue Mannschaft zusammen, die nicht nur spielerisch sehr gut zusammenpasst, sondern auch charakterlich.“

Seit März 2012 hat der gebürtige Hamburger bei den Mittelhessen das Sagen auf der Trainerbank und aus dem einstigen Abstiegskandidaten einen respektablen Erstligisten gemacht. Die Qualifikation fürs Final Four ist der vorläufige Höhepunkt des Aufwärtstrends. Wandschneider spricht von einem „Abenteuer“, in das sich sein Team am Wochenende stürzt. Und der Trainer geht die Pokal-Endrunde mit viel Optimismus an: „Hannover muss, wir können und wollen ins Finale einziehen. Wir sind ein tolles Kollektiv und können an einem guten Tag jede Mannschaft schlagen.“ mast

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