Handball

Handball Großsachsen empfängt Leutershausen zum Drittliga-Derby

Ein Ort spielt verrückt

Hirschberg.„Es ist schon verwunderlich, wenn völlig normale Menschen plötzlich zu seltsamen Wesen mutieren. Und das auf beiden Seiten. Aber das gehört offenbar zum Derby dazu.“ SGL-Trainer Frank Schmitt hat erst zwei der 14 gespielten Hirschberger Ortsduelle miterlebt und ist bei seiner dritten Auflage wohl etwas besser auf die hochemotionale Stimmung in den Duellen des TVG Großsachsen gegen die SG Leutershausen vorbereitet.

Am Samstag um 20 Uhr empfangen die Saasemer in der Sachsenhalle wieder die Heisemer zum Spiel des Jahres. Und einmal mehr ist die SGL Favorit. Doch auch wenn der TVG erst dreimal gewann und zuletzt das erste Unentschieden überhaupt erkämpfte – eng wird es wohl auch dieses Mal wieder zugehen. Sehr zur Freude der 900 Zuschauer.

Vorteil Leutershausen

„Wir müssen uns nicht verstecken und werden mit einer engagierten, aber fairen Abwehrleistung versuchen, die Punkte in der Sachsenhalle zu behalten. So wie immer“, sagt TVG-Trainer Stefan Pohl, der die SGL allerdings einmal mehr im Vorteil sieht: „Leutershausen reicht eine gute Leistung, um uns zu schlagen. Wir brauchen eine sehr gute.“

Der TVG geht mit der Bürde eines kuriosen „Vorspiels“ in die Partie. Zweieinhalb Minuten vor Schluss führte Großsachsen im Heimspiel gegen die HSG Hanau, um noch 26:27 zu verlieren. „In dieser Situation hat uns auf der Mitte vielleicht ein erfahrener Mann gefehlt, der das Ding einfach zu Ende spielt. Das haben wir angesprochen und schnell abgehakt. Wenn das Derby ansteht, blendet man alles andere aus.“

Schmitt freute sich indes über eine gute Vorstellung seiner Mannschaft beim 34:24 in Kirchzell und sieht seine Mannschaft auf einem guten Weg. Doch die Leutershausener Favoritenrolle sieht er nur bedingt gegeben. „Großsachsen hat nur wenige Verletzte, kann einen Philipp Schulz und Simon Reisig von der Bank bringen. So schlecht ist der Kader nicht. Der TVG hat durchaus die Chance, uns zu schlagen.“

„Dazu brauchen wir aber eben einen sehr guten Tag“, entgegnet sein Pendant Pohl. „Im Gegensatz zur SGL haben wir uns nicht mit gestandenen Drittliga-Spielern verstärkt. Unsere Zugänge haben bislang teilweise zwei Klassen tiefer gespielt. Für die wird die Stimmung am Samstag etwas ganz Neues.“

Vorbereiten könne man so ein Spiel fast nicht, sagt Schmitt: „Das ist fast sinnlos. Am Ende kommt doch meistens alles anders.“