Handball

Handball Im BHV werden aus Kreisen bald Bezirke – der Verband reagiert auf die sinkenden Mannschaftszahlen

Eine Reform als Rettung

Mannheim.Andreas Pfrang (kleines Bild) ist derzeit nur schwer zu erreichen. Der Handball-Funktionär eilt von Sitzung zu Sitzung, zwischendurch klingelt das Handy und das E-Mail-Postfach meldet sich auch immer wieder. Pfrang arbeitet mit seinen Mitarbeitern derzeit an der Strukturreform des Badischen Handball-Verbands (BHV). Dabei sollen aus den Kreisen Bezirke werden und der Vorsitzende des Handballkreises Mannheim ist der einzige Kandidat für den Posten des Vorsitzenden des neuen Bezirks Rhein-Neckar-Tauber.

„Die Überlegungen hin zu dieser Strukturreform sind mehrere Jahre her“, erinnert Pfrang daran, dass es sich bei der neuen Einteilung keineswegs um einen Schnellschuss handelt. Beim Verbandshandballtag im Juni des vergangenen Jahres in Dossenheim wurde per Abstimmung der Weg frei gemacht und damit gleicht sich der BHV den Handballern aus der Nachbarschaft an: In Südbaden und Württemberg, aber auch in Hessen wurden die Kreise schon vor vielen Jahren in Bezirke überführt.

Hintergrund sind die sinkenden Mannschaftszahlen. „Wir sind hier in Mannheim und auch in Heidelberg noch vergleichsweise gut aufgestellt, spielen aber dennoch schon seit vier Jahren kreisübergreifend zusammen“, erläutert Pfrang. „Nur dadurch ist eine bessere Leistungsdichte zu erreichen.“ Die Kreise Bruchsal, Pforzheim und Karlsruhe haben schon länger Probleme, ihre Ligen zu bestücken, „entsprechend gab es einfach den Handlungsdruck“, so der 53-Jährige, der in Weinheim wohnt.

Positive Resonanz

Aus den Vereinen erhalten die Funktionäre – die aktuellen Kreisvorstände arbeiten gemeinsam mit dem designierten Bezirksvorstand an der Umsetzung – positive Resonanz. Angst, dass nun weitere Fahrten auf die Teams zukommen, ist unbegründet, wie Pfrang erklärt: „In den unteren Ligen spielt der Alt-Kreis Neckar-Odenwald-Tauber wie immer im Bezirk Franken. Erst ab der Landesliga – auch das wie gewohnt – kommt es zu gemeinsamen Ligen.“

Derzeit ist die 1. bis 4. Kreisliga im Spielbetrieb aktiv, ab Sommer gibt es dann vier Bezirksligen, wobei die erste und zweite eingleisig im Bereich Heidelberg-Mannheim spielen wird. Die dritte Bezirksliga wird zweigleisig gespielt werden und es wird nach dem jetzigen Stand der Meldungen vier vierte Bezirksligen geben, die regional eingeteilt sind. Für die Auf- und Abstiegsregelungen wurden vor längerer Zeit Tabellen erstellt. „Die Mannschaften müssen schließlich wissen, was auf sie zukommt“, sagt Pfrang. Auch Relegationsspiele zur neuen Ligazugehörigkeit werden ausgespielt.

Auch im Jugendbereich müssen sich die Handballer an neue Namen gewöhnen und spielen zukünftig in einer größeren Leistungsdichte. Das „Abschießen“ einer nicht konkurrenzfähigen Mannschaft soll der Vergangenheit angehören. Dabei beginnt die Jugend in den neuen Strukturen schon ab Ostern in ihren Qualifikationsrunden. Die Aktiven folgen im September. „Wir sind absolut im Plan“, verspricht Pfrang, der sich beim ersten Bezirkshandball-Tag am Nachmittag des 4. April bei der SAP in Walldorf zum Bezirksvorsitzenden wählen lassen will. Am Vormittag des gleichen Tages halten die Altkreise ihre Sitzungen ab.

Vor schwierigen Zeiten

„Das wird eine Doppelveranstaltung: Der Abschied der alten Strukturen und der Start der neuen“, freut sich Pfrang. Als sein Stellvertreter steht der derzeitige Vorsitzende des Handballkreises Heidelberg, Jürgen Brachmann, zur Wahl. Gegenkandidaten sind keine in Sicht.

Pfrang sieht insgesamt auf den Handball schwere Zeiten zukommen. „Wenn man über Heidelberg und Mannheim hinausblickt, wo dank der guten Arbeit der Vereine die Mannschaftszahlen in den letzten fünf Jahren weitgehend gleich geblieben sind, findet man dies nur noch im Stuttgarter Raum“, so der Mannheimer Kreisvorsitzende, der zudem die immer weniger werdenden Ehrenamtlichen als großes Problem sieht. Im Jugendbereich ist für ihn die Belastung durch die Schulen ein Hauptgrund, dass die Zahl der Spielerinnen und Spieler zurückgeht. „Wir sind bei den Mannschaftszahlen in Mannheim und Heidelberg noch vorne dabei. In anderen Landesteilen sieht es schon ganz anders aus. Da muss viel unternommen werden“, hofft Pfrang, dass die Anstrengungen, die in den Verbänden getätigt werden und damit auch die Strukturreform, auf fruchtbaren Boden fällt. (Bild: bhv)