Handball

Handball Nationalmannschaft beklagt nächsten EM-Ausfall

Gedämpfte Euphorie

Archivartikel

Frankfurt.Der Griff nach einer EM-Medaille wird für die deutschen Handballer langsam zu einer „Mission impossible“ – doch Bundestrainer Christian Prokop bleibt trotz der nächsten Hiobsbotschaft an Silvester zuversichtlich. „Wir haben einen ganz schönen Aderlass, deshalb wäre es nicht verkehrt, wenn die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit nicht ins Unermessliche steigt. Aber ich finde, dass wir bewusst und konsequent an unseren Zielen festhalten sollten“, betonte Prokop vor dem Start der Turniervorbereitung am Donnerstag in Frankfurt.

Der Ausfall von Rückraumspieler Franz Semper, der wegen „Zeichen einer Herzmuskelentzündung“ für die Endrunde vom 9. bis 26. Januar absagte, bedeutete den nächsten Rückschlag für die Ambitionen der DHB-Auswahl. „Mit der krankheitsbedingten Absage von Franz Semper fällt uns erneut ein Rückraumrechter aus, der eine hohe Durchschlagskraft besitzt“, stellte Prokop fest.

David Schmidt rückt nach

Für den 22 Jahren alten Linkshänder vom SC DHfK Leipzig wurde der Stuttgarter Neuling David Schmidt nachnominiert. Semper ist nach Fabian Wiede, Tim Suton, Simon Ernst, Martin Strobel und Steffen Weinhold bereits der sechste Rückraumspieler, der dem WM-Vierten beim Turnier in Norwegen, Österreich und Schweden fehlt.

Dennoch möchte der Bundestrainer mit dem DHB-Team bei der EM eine ähnliche Euphorie entfachen wie bei der Heim-WM 2019, als die Handballer die Herzen der Fans eroberten. „Ich glaube, dass die Euphorie im Land wieder schnell entstehen kann, aber jetzt geht es erstmal bei Null los“, sagte Prokop. „Bei der EM braucht es unseren Anschub, dass wir mit Erfolgen und der Art und Weise, wie wir spielen, den Handball wieder in die Öffentlichkeit bringen und damit an die WM-Euphorie anknüpfen.“

Am Donnerstagvormittag reisen seine 17 Auserwählten zum Feinschliff in Frankfurt an. Auf dem Programm stehen dann die letzten Test-Länderspiele gegen Island in Mannheim am Samstag und Österreich in Wien am Montag. „Jeder Spieler hat in der Vorbereitung seine Einzelaufgaben bekommen – ob im athletischen, technisch-taktischen oder mentalen Bereich. Ich bin zuversichtlich, dass jeder sein Investment gemacht hat, damit wir als Mannschaft den entscheidenden Schritt weiterkommen“, sagte Prokop.

In der EM-Vorrunde trifft das DHB-Team um Kapitän Uwe Gensheimer auf die Niederlande (9. Januar), Titelverteidiger Spanien (11. Januar) und Lettland (13. Januar). „Wir wollen gut starten und uns von Spiel zu Spiel in das Turnier hineinspielen“, betonte Prokop. dpa