Handball

Handball DHB-Vize-Präsident erwartet nur geringe Auswirkungen der unterschiedlichen Corona-Lockerungen auf den Spielbetrieb

Gunter Eckart sieht ähnliche Linie

Archivartikel

Frankfurt.Die Corona-Pandemie hat – natürlich – auch den Handball-Sport eiskalt erwischt. Die vergangene Saison wurde abgebrochen, Absteiger gab es nicht, und die Aufsteiger wurden anhand von Quotientenregelungen ermittelt. Doch inzwischen steht der Handball schon wieder in den Startlöchern. Mit einem vielbeachteten Acht-Stufen-Plan „Return to play“ hat der Deutsche Handball-Bund (DHB) seinen Vereinen eine Handreichung gegeben, die auf einen Saisonstart im September hinarbeitet. Einer der Mitautoren des Papiers war DHB-Vize-Präsident Gunter Eckart.

Herr Eckart, man darf dem Handball gratulieren. Er gibt in Zeiten der Krise eine sehr gute Figur ab.

Gunter Eckart: Vielen Dank. Aber ausgestanden ist das noch lange nicht.

Dennoch wirkt der Handball gut aufgestellt, nicht zuletzt mit seinem Plan „Return to play“.

Eckart: Sehr wichtig war sicherlich, dass wir frühzeitig in allen Landesverbänden die Saison abgebrochen oder unterbrochen und damit für Planungssicherheit gesorgt haben. Dadurch konnte die volle Energie auf die Planungen des Neustarts gelegt werden. Mit „Return to play“ haben wir vonseiten des DHB einen Plan erstellt, der den Vereinen eine Marschrichtung aufzeigen und Leitplanken aufbauen soll.

Die Politik hat ja mit ihren Lockerungen den Stufenplan schon überholt. Waren Sie überrascht?

Eckart: Tatsächlich hatten wir die jetzige Stufe erst später angesetzt und ja, wir – und da spreche ich auch für meine Präsidiumskollegen – waren durchaus überrascht von den schnellen Lockerungen.

Jetzt geht es schnurstracks auf einen Saisonstart im September zu?

Eckart: Das wäre schön. Aber ich persönlich wäre schon zufrieden, wenn alle Landesverbände nach den Herbstferien den Spielbetrieb starten könnten. Und unser Plan ist auch ausdrücklich darauf ausgelegt, dass auch mal zwei Schritte zurückgegangen werden können, wenn es die Situation erfordert.

Wir befinden uns hier in einem Drei-Länder-Eck, am Spielbetrieb des Badischen Handball-Verbands nehmen unter anderem auch zwei hessische Vereine mit dem TSV Birkenau und dem TSV Amicitia Viernheim teil. Könnte das nicht bei unterschiedlichen Lockerungen in den Bundesländern zu Problemen führen? Aktuell dürfen die hessischen Vereine ja beispielsweise schon zu zehnt mit Körperkontakt unter Wettkampfbedingungen trainieren.

Eckart: Das glaube ich nicht. Es mag sein, dass das eine Land oder auch der eine Landkreis eine Lockerung vielleicht zwei Wochen früher vornimmt als der andere, aber die Auswirkungen sollten gering sein. Insgesamt lässt sich schon erkennen, dass alle Bundesländer trotz verschiedener Schwerpunkte eine ähnliche Linie fahren.

Sie sitzen auch in einer Kommission beim Deutschen Handball-Bund, der sich mit der Mitgliederentwicklung beschäftigt. Hat die Corona-Krise hier direkte Auswirkungen?

Eckart: Wir bekommen vor Augen geführt, dass wir weiter perspektivisch arbeiten müssen, dass die Mitgliederentwicklung ein ganz wichtiges Thema ist. Nicht wenige Vereine haben Bedenken, dass durch Corona Jugendspieler wegfallen. Aber das sehe ich aktuell nicht so. Die Vereine haben auch während des Lockdowns sehr gut gearbeitet, die Kinder und Jugendlichen teils mit Video-Trainings bei der Stange gehalten. Aber tatsächlich ist die Arbeit an der Strukturreform, von der das Thema Mitgliederentwicklung ein Teil ist, durch Corona auch etwas ins Stocken geraten.