Handball

Handball Bundesligisten setzen den Spielbetrieb bis zum 22. April aus und wollen nach Möglichkeit im Mai nachholen / Gislason-Debüt verschiebt sich

Harzkugel bleibt vorerst bis Ende April liegen

Archivartikel

Mannheim.Eigentlich wollten sich die Vertreter der Handball-Bundesligisten erst am Montag auf einer außerordentlichen Sitzung in Köln darüber verständigen, wie es mit dem Spielbetrieb weitergehen soll. Die Rhein-Neckar Löwen strebten beispielsweise an, wegen des lokalen Verbots von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Beteiligten eine Verlegung ihres Heimspiels am 19. März gegen Erlangen in der SAP Arena zu beantragen. Doch auch bei den Handballern überschlugen sich am Donnerstag die Ereignisse: Der Spielbetrieb in der 1. und 2. Bundesliga wird bis zum 22. April ausgesetzt, wie der Liga-Verband HBL mitteilte. Geplant ist nach derzeitigem Stand, dass die Bundesliga den Spielbetrieb erst ab dem 23. April wieder aufnimmt. Die ausgefallenen Spieltage sollen im Mai nachgeholt werden.

Am späten Donnerstagabend gab der Deutsche Handballbund dann bekannt, dass auch das für diesen Freitag (18 Uhr) geplante Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Auswahl der Niederlande und damit auch die Premiere von Bundestrainer Alfred Gislaslon ausfällt.

„Wir begrüßen die Entscheidung der Handball-Bundesliga, die in Absprache mit den Clubs getroffen wurde. Die Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen“, sagte Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann. „Für uns war es wichtig, Geisterspiele zu verhindern, da die Zuschauereinnahmen im Handball einen nicht unwesentlichen Anteil des Etats ausmachen. Wir hoffen sehr, dass sich die allgemeine Lage bis in den April wieder entspannt und der Spielbetrieb dann wieder aufgenommen werden kann.“

Auch auf europäischer Ebene werden die Wettbewerbe wohl ausgesetzt. Das für den 4. und 5. April in Hamburg geplante Finalturnier um den DHB-Pokal soll auf einen späteren Termin im Sommer verschoben werden. Im Amateurbereich wurden am Donnerstag ebenfalls Fakten geschaffen. Am Freitagvormittag trifft sich zwar das Präsidium des Deutschen Handball-Bundes (DHB) im Rahmen des Länderspiels in Magdeburg zu einer Sitzung und möchte dort das weitere Vorgehen beraten. Die Regionalverbände wollten allerdings nicht warten.

Pfälzer Handball-Verband

Als Erster entschloss sich der Pfälzer Handball-Verband (PFHV) dazu, für klare Verhältnisse zu sorgen. Um die Mittagszeit kommunizierte der PfHV auf sämtlichen Kanälen die Unterbrechung des kompletten Spielbetriebs mit sofortiger Wirkung. Und die Resonanz auf die Entscheidung war in den sozialen Medien überaus positiv. „Das i-Tüpfelchen für uns war natürlich die Situation in Ludwigshafen, wo die Stadtverwaltung die Hallen geschlossen hat. Auch in Wörth wurde nahegelegt, den Spielbetrieb ruhen zu lassen. Hätten wir jetzt nicht gehandelt, wäre es zu einer Wettbewerbsverzerrung gekommen“, so PfHV-Geschäftsstellenleiterin Sandra Hagedorn.

Hessischer Handball-Verband

Der Hessische Handball-Verband (HHV) sagte am Donnerstagvormittag die Hessenmeisterschaft für die C-Jugenden, die für den 29. März geplant waren ab und Geschäftsführer Günter Dörr betonte, dass spätestens am Freitagmorgen eine finale Entscheidung für sämtliche Ligen getroffen werde. Dann aber schon am Abend die Nachricht: Alle Ligen auf Hessen-Ebene werden sofort beendet. Die Entscheidung über Auf- und Abstieg erfolg anhand der aktuellen Tabellen. „Eine andere Alternative gab es nicht“, so Dörr.

Badischer Handball-Verband

Für den Badischen Handball-Verband (BHV) hatte Geschäftsführerin Ramona Müller zunächst auf das DHB-Präsidium verwiesen, dann nahm die Dynamik im Laufe des Tages zu: Am Nachmittag wurden die Vereine wie im gesamten Gebiet des Süddeutschen Handball-Verbands (SHV) davon unterrichtet, dass die Jugendligen mit sofortiger Wirkung beendet werden und der Spielbetrieb der Aktiven Mannschaften ausgesetzt wird.

„Das war die einzige mögliche Konsequenz“, betonte der Vize-Präsident Spieltechnik des BHV, Harry Sauer. „Es war keine leichte Entscheidung, aber es bedarf der Mitwirkung von uns allen.“ Spätestens zum 19. April wird über eine mögliche Wiederansetzung des Spielbetriebs der Aktiven oder über die Auf- und Abstiegsregelung entschieden.