Handball

Handball-BW-Oberliga, Frauen Mit einem neuen Coach soll in der Badenliga der direkte Wiederaufstieg angepeilt werden

HSG Mannheim nach Abstieg auf Trainersuche

Mannheim.Die Sensation blieb aus, die HSG Mannheim muss als Drittletzter aus der Frauenhandball-Oberliga absteigen. Beim neuen Meister TSV Wolfschlugen unterlagen die Seckenheimerinnen deutlich mit 24:31 (12:16), was aber letztlich nur noch statistischen Wert hatte. Jetzt wartet auf die Verantwortlichen der HSG Mannheim viel Arbeit: Sie brauchen nach dem bereits angekündigten Abgang von Trainer David Pollok nicht nur einen neuen Coach, sondern müssen auch versuchen, die Mannschaft weitestgehend zusammenzuhalten.

Bereits bei der Anreise nach Wolfschlugen machte das Ergebnis des direkten Konkurrenten SG Nußloch die Runde: Die SG gewann gegen Göppingen mit 33:30, womit der Abstieg der HSG besiegelt war. „Entsprechend war dann natürlich auch die Stimmung im Bus. Da war die Luft schon raus, bevor das Spiel überhaupt losgegangen war“, berichtet Pollok. In Wolfschlugen hielt die HSG bis zum 6:7 (12.) gut mit und war auch beim 16:19 (37.) noch in Schlagdistanz. „Dann hat man aber schon gemerkt, dass bei uns die Moral nicht mehr reichte, um Wolfschlugen Paroli zu bieten“, so Pollok. Der frischgebackene Meister setzte sich über 24:18 (44.) auf 30:23 (58.) ab und ließ sich feiern. Die Mannheimerinnen hingegen schlichen nach Spielende bedröppelt aus der Halle.

„Gegen falsche Gegner gepunktet“

„Wir haben einfach gegen die falschen Gegner gepunktet“, suchte Pollok nach Gründen für den Abstieg. „Wir haben gegen Mannschaften aus dem vorderen Drittel richtig gut gespielt, es aber gegen direkte Konkurrenten vermasselt. Das waren die Punkte, die uns jetzt fehlen.“

Dass Pollok nun seine Zelte bei der HSG Mannheim nach nur einem halben Jahr wieder abbricht – er kam direkt vor dem Hinspiel gegen Wolfschlugen für Peter Jano – war für den erfahrenen Coach schon länger klar: „Ich hatte zuvor schon in Friesenheim mit dem Wunsch aufgehört, eine Handballpause einzulegen. Dann hat mich die HSG gefragt und ich habe zugesagt. Aber nach 18 Jahren durchgehend im Trainergeschäft will ich definitiv eine Pause machen“, erklärt Pollok, der sich bei der HSG Mannheim gerne mit dem Klassenerhalt verabschiedet hätte.

Jetzt wünscht er der Mannschaft für die Badenliga alles Gute: „Es wäre schön, wenn das Team so zusammenbleiben und gleich wieder den direkten Wiederaufstieg in Angriff nehmen würde“, hofft er, dass die Seckenheimerinnen schnell wieder auf die Beine kommen.

Immerhin hat die Sportliche Leiterin Laura Kettling in den vergangenen Wochen bereits viel Vorarbeit geleistet. Schon heute Abend wird sich ein Trainerkandidat der Mannschaft vorstellen und eine Probeeinheit absolvieren. „Ich hoffe, dass wir dann bald Nägel mit Köpfen machen können“, so Kettling. Auch bezüglich des Kaders will sie im Laufe dieser Woche die finalen Gespräche führen.

„Ich bin mir sicher, dass wir eine gute Mannschaft stellen und direkt den Wiederaufstieg anpeilen werden“, gibt sich die Sportliche Leiterin kämpferisch, gibt aber auch zu: „Im Moment ist das alles natürlich sehr bitter und alle sind traurig.“

HSG Mannheim: Gudenau, Kral-Meinhardt – Schützdeller, Wild (3), Schalk (2), Wiegand (2), Ziegler (1), Titze (8/5), Edelmann (3), Vreden (1), Goldmann (3), Lorenz (1).