Handball

Handball-Bundesliga II SG Flensburg-Handewitt wird nach 2004 zum zweiten Mal deutscher Meister

„Jungs haben sich das verdient“

Archivartikel

Flensburg.Bis 45 Sekunden vor dem Saison-Schlusspfiff mussten die Handballer der SG Flensburg-Handewitt zittern, dann durften sie in den Meisterfeier-Modus umschalten: Mit dem mühevollen 22:21 (12:12) im Nervenspiel gegen Frisch Auf Göppingen holten sich die Norddeutschen die ersehnte zweite deutsche Meisterschaft nach 2004. Nach der Schlusssirene gestern sprangen und tanzten die Spieler um Trainer Maik Machulla herum, sie brüllten und weinten vor Freude und Erleichterung.

„Die Jungs haben sich das verdient, nicht nur in dieser Saison, sondern auch durch die Arbeit in den Jahren zuvor“, sagte Machulla. „Für Flensburg, die Stadt und die tollen Fans ist das ein besonderer Tag.“ 2007-Weltmeister Holger Glandorf war es „egal“, wie der entscheidende Sieg zustande gekommen war: „Wir Spieler sind jetzt deutscher Meister.“

Die Zuschauer und Fans in der Flens-Arena feierten wie im Ausnahmezustand, sangen und tanzten. Die Flensburger Handball-Legenden und 2004-Titelträger Lars Christiansen und Jan Holpert brachten die Meisterschale in die Halle. Unter Sektfontänen erhielt Kapitän Tobias Karlsson die Trophäe aus den Händen von Bundesliga-Präsident Uwe Schwenker und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).

Schon lange vor dem Spiel hatte eine unglaubliche Euphorie um die Handballer in Flensburg geherrscht. Dennoch taten sie sich bis in die Schlussphase gegen die nur mit sieben Feldspielern und zwei Torhütern angereisten Göppinger schwer. Erst beim 22:20 zwei Minuten vor dem Ende standen endgültig die Zeichen auf eine große Flensburger Meisterschaftsause. „Wir waren heute fast die ganze Zeit ängstlich, aber ich bin trotzdem stolz, dass wir es geschafft haben“, sagte Machulla.

Noch einmal durften Torwart Mattias Andersson und der dänische Spielmacher Thomas Mogensen im Flensburger Trikot ran, standen aber diesmal im Schatten des zweiten Schlussmanns Kevin Möller und von Rasmus Lauge. Der 40 Jahre alte Schwede Andersson beendete mit der Meisterschaft seine Karriere, Mogensen kehrt nach elf Jahren in seine Heimat zurück. Kentin Mahé, Möller, Jacob Heinl und Hendrik Toft Hansen verabschiedeten sich ebenfalls mit dem Titelgewinn aus Flensburg. Für Trainer Machulla war die Meisterschaft ein persönlicher Triumph. Gleich im ersten Jahr nach der Amtsübernahme von Ljubomir Vranjes legte die SG unter der Leitung des 41-Jährigen den Ruf als Ewiger Zweite ab. Nach 2004 waren die Norddeutschen siebenmal Vizemeister geworden.

Die Eulen Ludwigshafen haben im dritten Anlauf erstmals in der Vereinsgeschichte den Klassenverbleib geschafft. Der als Abstiegskandidat Nummer 1 gehandelte Aufsteiger rettete sich gestern Dank eines 32:29 (16:15)-Heimsieges gegen den HC Erlangen, da der TuS N-Lübbecke zur gleichen Zeit beim TBV Lemgo mit 27:30 (13:11) verlor. „Es ist überwältigend, unfassbar, fantastisch“, sagte Ludwigshafens Trainer Benjamin Matschke. Nach den Aufstiegen 2010 und 2014 waren die Eulen jeweils direkt wieder abgestiegen. 

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