Handball

Handball Rennen um die Meisterschaft spitzt sich zu

Kiel stichelt und glaubt an Titelchance

Kiel.Alfred Gislason gefällt sich in der Rolle des Jägers. „Wir wollten unbedingt gegen Flensburg gewinnen, um noch ein bisschen Spaß in der Meisterschaft zu haben. Ein kleiner Funken Hoffnung ist noch da“, sagte der Trainer des THW Kiel, nachdem seine Spieler mit dem 20:18-Sieg am Sonntag über Titelverteidiger und Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt das Rennen um die deutsche Handball-Meisterschaft wieder spannend gemacht hatten.

Der Rückstand des Rekordchampions auf die Flensburger ist auf zwei Punkte geschmolzen. Für SG-Rückraumakteur Holger Glandorf war die Niederlage im 99. Schleswig-Holstein-Derby deshalb auch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: „Wir haben heute gut dagegen gehalten. Wenn wir die nächsten vier Spiele gewinnen, sind wir deutscher Meister. So einfach ist das.“

Ob es wirklich ganz so einfach wird, darf bezweifelt werden. Denn von den vier kommenden SG-Gegnern spielen mit der MT Melsungen, den Füchsen Berlin und dem Bergischen HC noch drei um einen internationalen Startplatz in der kommenden Saison. Nur für den TVB 1898 Stuttgart geht es im Spiel gegen die Flensburger um nichts mehr. Da erscheint das Restprogramm der „Zebras“ mit Spielen gegen Minden, TBV Lemgo Lippe und die TSV Hannover-Burgdorf deutlich einfacher. Allerdings stehen dem gastgebenden THW am kommenden Wochenende beim Finalturnier um den EHF-Pokal noch zwei zusätzliche Partien bevor.

Landin als Sieggarant

THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler sieht den Druck jedenfalls beim Nordrivalen: „Mal sehen, ob sie das können. Ich habe im letzten Jahr erlebt, wie das ist.“ In der vergangenen Spielzeit war Pekeler mit den Rhein-Neckar Löwen auf der Zielgeraden noch von den Flensburgern abgefangen worden. Deshalb betonte auch Kiels Patrick Wiencek: „Wir müssen erst unseren Job machen. Wir fahren gut damit, auf unsere Spiele zu achten und dann mit einem Auge nach Flensburg zu gucken.“

Den Hauptgrund für die Niederlage im 99. Derby hatte SG-Coach Maik Machulla schnell ausgemacht. THW-Keeper Niklas Landin hatte sein Tor vernagelt. „Wenn man nur 20 Tore gegen Kiel bekommt, sollte man das Spiel gewinnen. Aber wenn man nur 18 wirft, reicht das nicht“, sagte Machulla. dpa