Handball

Handball-Badenliga HSG Mannheim will nach dem unglücklichen Abstieg schnellstens wieder in die Oberliga zurück

Kleiner Kader, große Qualität

Archivartikel

Mannheim.Mit einer nur geringfügig veränderten Mannschaft, aber mit neuem Trainer und vor allem neuem Selbstbewusstsein starten die Handballerinnen der HSG Mannheim am Sonntag mit dem Derby gegen den TSV Amicitia Viernheim in die Saison. Nach dem unglücklichen Abstieg aus der Oberliga will sich das Team in der Badenliga gleich wieder in Richtung Spitzengruppe orientieren, was der neue Coach Siggi Oetzel als durchaus realistisch ansieht.

Oetzel übernahm erst vor zwei Wochen den Trainerjob bei den Seckenheimerinnen, nachdem die Chemie zwischen Mannschaft und dem eigentlichen neuen Trainer Stephan Pfirmann doch nicht so stimmte, wie man sich das erhofft hatte. Über die Außenspielerin Carla Wiegand, die mit dem Sohn von Siggi Oetzel liiert ist, kam dann der Kontakt zu dem 57-Jährigen zu Stande. „Eigentlich hatte ich mir eine Pause vom Traineramt nehmen wollen“, so Oetzel, der vier Jahre die Männer der HSG Dudenhofen/Schifferstadt coachte und sie in dieser Zeit zu zwei Aufstiegen führte. Im Frühjahr hat er schließlich bekanntgegeben, nach der Runde sein Amt niederzulegen, was mit dem Aufstieg in die Pfalzliga ein perfektes Ende fand.

„Ich habe nach der ersten losen Anfrage mir Informationen über die HSG Mannheim besorgt, habe mir Videos angeschaut und dann auch mit den Verantwortlichen und dem Spielerinnenrat gesprochen. Als dann auch noch meine Frau ihr ok gegeben hat, habe ich zugesagt“, sieht der in Dudenhofen wohnende und in Mannheim-Schönau arbeitende Handball-Fachmann seine neue Aufgabe als „sehr reizvoll“ an.

Gleichzeitig sieht er aber auch das Problem, die Mannschaft erst kurz vor der Runde übernommen zu haben. „Es geht jetzt in erster Linie darum, dass man sich kennenlernt. Ich muss sehen, was die Spielerinnen können, was man verfeinern kann, wo man aufbauen kann“, erklärt Oetzel „und dann möchte ich natürlich schon meine Vorstellung vom Handball der Mannschaft nahebringen. Das wird aber durchaus noch einige Zeit dauern. Alles werden wir aber sicherlich nicht umkrempeln“, so der Coach. „Dass ich dann auch noch bei den ersten beiden Spielen im Urlaub bin, ist natürlich nicht ideal, aber das war schon lange geplant.“

Neue Rückraumspielerinnen

Im Kader hat sich nach dem Abstieg nur wenig verändert: Anke Schalk hat wie angekündigt ihre Karriere beendet, Hannah Edelmann wechselte zum TV Brühl. Dafür kamen zwei neue Rückraumspielerinnen: Die routinierte und höherklassig-erfahrene Rückraumspielerin Tina Koch (32) und vom PSV Mannheim die 17-jährige Elena Weiser. Durchaus möglich scheint, dass Caro Trummer, die letzte Runde eigentlich ihre Karriere beendet hatte, wieder die Handballschuhe schnürt und zumindest aushilft, wenn Not an der Frau ist. „Unser Kader ist mit zwölf Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen nicht allzu groß, aber dafür haben wir große Qualität“, ist die Sportliche Leiterin der HSG, Laura Kettling überzeugt. „In jeder Spielerin steckt das Potenzial, über die Badenliga hinaus zu spielen.“

Das sieht auch der neue Trainer Siggi Oetzel so: „Ich finde es sehr gut, dass sich die Mannschaft gleich wieder nach vorne orientieren und möglichst den direkten Wiederaufstieg schaffen will. Gemeinsam werden wir dieses Ziel in Angriff nehmen.“ Allerdings schränkt der erfahrene Übungsleiter auch ein: „Der dünne Kader ist natürlich ein Risiko. Um Aufzusteigen brauchen wir das nötige Glück und müssen weitestgehend von Verletzung verschont bleiben.“ me