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Handball Nationalmannschafts-Gerüst um Kapitän Uwe Gensheimer steht – aber der Rest ist offen / Ohne Groetzki gegen Kroatien

Konkurrenzkampf immer schärfer

Archivartikel

Zagreb.Zu seinem 35. Geburtstag erreichten Silvio Heinevetter auch die Glückwünsche des Deutschen Handballbundes. Der DHB gratulierte öffentlich über die sozialen Netzwerke, der persönliche Kontakt bleibt dem Torhüter der Füchse Berlin derzeit aber verwehrt. Bundestrainer Christian Prokop verzichtet in den beiden Testspielen gegen Kroatien am Mittwoch (19.30 Uhr) in Zagreb und am Samstag (14.30 Uhr) in Hannover freiwillig auf den Routinier. „Jubel zum Ehrentag“, postete der DHB am Montag über ein Foto Heinevetters im Nationaltrikot. Ob der Keeper dieses noch mal überstreifen wird, scheint weniger als drei Monate vor dem EM-Start mehr als ungewiss.

Dass Prokop bei der Zusammenstellung seines Kaders nicht auf Namen achtet, hätte er kaum deutlicher machen können. Denn noch immer zählt Heinevetter zu den bekanntesten deutschen Handballern, aktuell aber nicht zu den besten. Stattdessen berief Prokop neben Stammkeeper Andreas Wolff den aktuell beim Rekordmeister THW Kiel überzeugenden Dario Quenstedt in sein Aufgebot für den Kroatien-Doppelpack.

„Ich habe die aktuell zwei stärksten deutschen Torhüter nominiert“, sagte Prokop. Heinevetter habe diese Entscheidung „sachlich“ aufgenommen. Er wird sich bei den in der Bundesliga kriselnden Berlinern deutlich steigern müssen, um seine kleine Chance auf das EM-Ticket zu wahren.

Am 9. Januar startet die DHB-Auswahl mit dem Auftaktspiel gegen die Niederlande in die Europameisterschaft. Prokops Personalplanungen laufen bereits jetzt auf Hochtouren. Am Mittwoch in Zagreb sowie in Hannover fehlen neben Heinevetter auch Rechtsaußen Patrick Groetzki und Linksaußen Matthias Musche. Beide hatten zuletzt im Nationalteam nicht überzeugen können, also berief Prokop stattdessen den jungen Timo Kastening von der TSV Hannover-Burgdorf und Göppingens Top-Torschützen Marcel Schiller. Ein EM-Gerüst aus Stammspielern um Kapitän Uwe Gensheimer hat Prokop zwar im Kopf. Über dieses Gerüst hinaus verschärft sich allerdings der Konkurrenzkampf.

„Ich bin sehr glücklich über den Kader, aber man kann noch überhaupt keine abschließende Aussage treffen“, sagte Prokop mit Blick auf die EM in Norwegen, Österreich und Schweden. Spätestens mit dem Verzicht auf Heinevetter, Groetzki oder Musche macht der Bundestrainer jedoch deutlich, dass die Leistung sein wichtigster Maßstab ist. In den vergangenen Wochen war der Coach erneut in etlichen Bundesliga-Hallen, um sich ein Bild seiner Spieler zu machen. Bis zum 5. Dezember muss er einen 28 Spieler umfassenden erweiterten EM-Kader melden. 16 dieser Akteure schaffen es schließlich in den Turnierkader.