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Handball Hessische Landesregierung ermöglicht dosierte Rückkehr in den Trainingsbetrieb / Bezirksvorsitzender Bernshausen: „Wir tun gut daran, nichts zu überstürzen“

Mit angezogener Handbremse

Archivartikel

Lampertheim.Der Handballbezirk Darmstadt hat die Abschlusstabellen der wegen der Corona-Pandemie vorzeitig beendeten Saison bekanntgeben. Dabei blieben Überraschungen aus. Derweil geht der Bezirksvorsitzende Klaus Bernshausen, schon die nächsten Aufgaben an. „Wichtig ist, den Blick nach vorn zu richten“, betont der Lampertheimer.

Er beruft sich auf ein Positionspapier des Deutschen Handball-Bundes (DHB), das den Vereinen als Handreichung für den Wiedereinstieg in den Vereinssport dienen soll. „Das ist auf großes Interesse gestoßen, hat aber auch Fragen aufgeworfen“, erklärt Bernshausen. „Es ist wichtig zu beachten, dass alle Empfehlungen und die jeweiligen Stufen abhängig sind von den konkreten Entscheidungen des Landes Hessen und der örtlichen Gesundheitsbehörden zur Lockerung der geltenden Maßnahmen“, unterstreicht er.

Chance für Jugendbereich

Bernshausen wurde von der Entscheidung der Landesregierung überrascht, schon am Wochenende die Turnhallen zu öffnen. „Jetzt wird es darauf ankommen, mit Augenmaß die Möglichkeiten zu nutzen“, sieht er die schnellen Lockerungen kritisch: „Die Zahlen geben das wohl her, aber ich hoffe, dass der Schuss nicht nach hinten losgeht. Wenn selbst der Deutsche Handball-Bund einen Mehrstufenplan erstellt und die Lockerungen über einen längeren Zeitraum gestreckt hätte, überrascht es, dass dieses Konzept von der Politik überholt wird.“ Bernshausen weiter: „Natürlich freuen mich die sich nun ergebenden Möglichkeiten und ich sehe das insbesondere für den Kinder- und Jugendbereich als sehr große Chance an.“

Das Papier des DHB ist als Acht- Stufen-Plan aufgebaut, wobei Stufe acht der Wettkampfbetrieb mit Publikum ist. Bislang war man in Stufe eins, einem individuellen Training mit Online-Anleitungen. Jetzt erfolgte der unmittelbare Sprung auf Stufe vier: „Handballspezifisches Training ohne Zweikämpfe“ in der Halle. Dafür hatte der hessische Sportminister Peter Beuth grünes Licht gegeben – allerdings immer unter Einhaltung des Abstandsgebots. So könnten beispielsweise in jeder Hallenhälfte fünf Spieler trainieren, der Übungsleiter gibt die Anweisungen aus dem Mittelkreis. Die Kleingruppen sollen sich immer aus denselben Sportlerinnen und Sportlern zusammensetzen. Eigentlich war der Start in diese Phase erst für den 18. Mai angesetzt, und selbst dies hatten die Trainer aus der Region bisher für sehr ambitioniert gehalten.

Offen ist allerdings noch, wie die Kommunen und Kreise – meist die Halleneigner – mit den hohen Hygieneauflagen umgehen. Regelmäßige Desinfektionen sind ebenso zu gewährleisten wie Pausen zwischen den einzelnen Trainingsgruppen, damit beim Betreten und Verlassen der Halle die Abstände gewahrt werden können. Umkleideräume und Duschen bleiben gesperrt.

Nach dem Fahrplan des DHB startet am 1. Juni Stufe 5 des ambitionierten Plans: „Handballspezifisches Training ohne Zweikämpfe in Kleingruppen“. Dies scheint momentan eher möglich als Stufe 6. Das „Training mit Zweikämpfen“, soll am 1. Juli beginnen. Bereits zum 1. August hofft der DHB, seine Mannschaften wieder im „Testspielbetrieb ohne Zuschauer“ zu sehen, wodurch schließlich Anfang September ein Start in einen regulären Spielbetrieb möglich wäre.

Der Verband betont aber auch hier, dass es noch viele Eventualitäten gibt und bei einem Rundenstart mit Einschränkungen hinsichtlich der „Zuschauerzahl und der Bewirtungsmöglichkeiten“ gerechnet werden muss. Ein vollumfängliches Konzept zur Sicherstellung aller hygienischen und medizinischen Voraussetzungen sei unverzichtbar und regelmäßig zu überprüfen.

Der Bezirksvorsitzende Klaus Bernshausen fordert seine Vereine auf, mit Bedacht vorzugehen, aber auf alle Fälle sich konzeptionell vorzubereiten. „Dafür ist der Plan des DHB nach wie vor ein probates Mittel und eine wertvolle Handreichung. Wir tun gut daran, nichts zu überstürzen.“