Handball

Handball-Badenliga Caroline Vreden und Nathalie Schützdeller freuen sich auf die virtuelle Meisterfeier der HSG Mannheim

„Mit Sekt vor dem Bildschirm anstoßen“

Archivartikel

Mannheim.Vor einem Jahr mussten die Handballerinnen der HSG Mannheim den schmerzhaften Gang aus der Oberliga in die Badenliga antreten. Der Abstieg war unglücklich, die Seckenheimerinnen schworen sich Wiedergutmachung. Und sie hielten Wort: Knapp vor dem Tabellenzweiten SG Nußloch feiert das Team von Trainer Siggi Oetzel den Titel und die direkte Rückkehr in die Oberliga. Die beiden Leistungsträgerinnen Nathalie Schützdeller und Caroline Vreden beleuchten im Interview den Weg zum Titel und die Aussichten für die nächste Saison.

Frau Vreden, Frau Schützdeller, der Aufstieg ist perfekt. Aber der Start im September war holprig. Hatte Sie da keine Befürchtungen, das Ziel früh aus den Augen zu verlieren?

Caroline Vreden: Tatsächlich war die Stimmung nach dem Vier-Punkte-Abzug wegen eines Formfehlers – ein Spielerinnenpass war nicht korrekt – bitter und erstmal ein Schock. Aber wir wussten, dass wir den Titel noch selbst in der Hand haben.

Nathalie Schützdeller: Ja, aber wir durften uns keinen Patzer mehr erlauben. Wichtig war, dass auch ebenfalls drei Punkte wegen fehlender Schiedsrichter abgezogen bekam. Dadurch war die Ausgangsposition wieder fast gleich.

Sie haben sich von Beginn an nur auf Nußloch konzentriert?

Schützdeller: Wir hatten schon noch Mannschaften wie Brühl oder Wiesloch auf dem Schirm.

Vreden: Aber es war klar, dass Nußloch der stärkste Gegner sein würde. Der Unterschied zwischen Oberliga und Badenliga war schon deutlich und entsprechend war uns klar, dass der Fokus auf Nußloch liegen muss.

Dort wurde im November mit 30:25 gewonnen. War das der Türöffner zum Titel?

Vreden: Ich glaube schon. Auswärts beim härtesten Konkurrenten mit fünf Toren zu gewinnen, das war schon ein Ausrufezeichen.

Der Kader war recht dünn. Gab es keine Bedenken?

Schützdeller: Wir haben das mit einem tollen Teamgeist kompensiert. Natürlich kam uns entgegen, dass wir weitgehend von Verletzungen verschont blieben. Ich denke aber, jede einzelne Spielerin wusste auch, dass sie Verantwortung übernehmen muss. Das hat sich auch positiv bemerkbar gemacht.

Vreden: Einen großen Anteil, dass es so rund gelaufen ist, hatte aber natürlich auch unser Trainer Siggi Oetzel. Es war ein Glücksgriff, dass wir ihn kurz vor dem Saisonstart noch bekommen haben. Er hat es verstanden, mit den wenigen Spielerinnen gut zu arbeiten.

Aber Neuzugänge werden für die Oberliga nötig sein.

Vreden: Verstärkungen könnten wir schon sehr gut gebrauchen. Wir sind auch in guten Gesprächen mit möglichen Neuzugängen, die uns auch wirklich weiterbringen würden.

Schützdeller: Es ist aber momentan sehr schwer, Nägel mit Köpfen zu machen. Spielerinnen würden auch mal gerne ein Probetraining machen, was wegen der Corona-Pause selbstverständlich nicht möglich ist. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich da noch etwas tut.

Die Corona-Krise verhindert bisher auch eine große Meisterschaftsfeier.

Schützdeller: Tatsächlich haben wir uns für den 1. Mai zu einer virtuellen Meisterschaftsfeier verabredet. Wir werden uns per Skype treffen.

Vreden: Und dann mit einem Glas Sekt vor dem Bildschirm anstoßen. Ich bin gespannt, wie das wird. Aber sobald es wieder möglich ist, werden wir eine richtige Feier nachholen. Das sind wir auch unseren Helfern und Fans, die immer dabei waren, noch schuldig.

Kann man schon ein Ziel für die Oberliga definieren?

Schützdeller: Wichtig wird ein guter Saisonstart sein. Ich glaube, dass uns das Jahr Badenliga gutgetan hat, dass wir mit viel Selbstvertrauen antreten werden. Auch das Tempospiel wurde in der Badenliga wieder deutlich besser. Wir haben auf jeden Fall die Qualität für die Oberliga.

Ihr persönlicher Tipp: Wann geht die Runde überhaupt los?

Vreden: September halte ich für eher unwahrscheinlich. Wenn wir im Oktober starten könnten, wäre ich schon zufrieden.

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