Handball

Handball-Bezirksoberliga Durch das 30:20 bei Crumstadt/Goddelau noch näher an der Meisterschaft

Rohrheim macht großen Schritt

Archivartikel

Groß-Rohrheim.War das schon das Meisterstück des TV Groß-Rohrheim? Sascha Holdefehr, Trainer des TVG, sprach vor der Partie beim zuletzt so formstarken Tabellendritten ESG Crumstadt/Goddelau mit großem Respekt vor der Aufgabe und eben auch davon, dass ein Sieg dort „das Meisterstück“ sein könnte. Nun haben die Groß-Rohrheimer in überzeugender Manier mit 30:20 (16:8) beim Verfolger gewonnen, ihm schon in der ersten Hälfte nicht den Hauch einer Chance gelassen und ihren Zwei-Punkte-Vorsprung an der Tabellenspitze gegenüber Langen verteidigt.

Dennoch war Holdefehr nicht rundum zufrieden: „Es klingt natürlich komisch, aber spielerisch war das nicht unsere beste Leistung“, fand der Coach, schob dann aber auch gleich nach: „Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir hier mit zehn Toren gewinnen würden, dann hätte ich natürlich sofort unterschrieben. Es war vor allem eine überragende Deckung, die wir gestellt hatten“, bilanzierte Holdefehr, der einen Akteur ganz besonders hervorhob: Torhüter Alexander Wägerle. Der TVG-Keeper war von Beginn an der ganz große Rückhalt seiner Mannschaft. Neben zahlreichen schweren Würfen parierte er die ersten sechs Strafwürfe der Crumstädter, erst beim siebten Versuch konnten die Gastgeber von der Linie verwandeln. „Was Alex gehalten hat, war überragend“, so der Trainer, der aber auch seine Abwehr glänzend eingestellt hatte.

In der ersten Hälfte variierten die Groß–Rohrheimer ständig zwischen einer 5:1- und 6:0-Abwehr und machte damit den Crumstädtern das Leben schwer. Gegen die defensive 6:0 der Gastgeber hatte indes der TVG immer wieder die passenden Mittel parat. Allen voran Andreas Ochs war in Spiel- und Torlaune, aber auch die Brüder Sebastian und Till Haas waren im Spitzenspiel in Top-Form. „Wir waren im Kollektiv besser“, fand Holdefehr und bekam dabei auch Zustimmung von ESG-Trainer Michael Hauptmann, der mit dem Auftritt seines Teams, das zuvor neunmal in Folge erfolgreich war, überhaupt nicht zufrieden sein konnte.

Starker Beginn

Schon in der ersten Hälfte übernahm der TVG in der sehr gut besuchten und stimmungsgeladenen Goddelauer Sporthalle das Kommando. Angetrieben von vielen mitgereisten Fans setzte sich Groß-Rohrheim kontinuierlich ab und präsentierte sich ganz im Stile einer Spitzenmannschaft. Hinten stand die Deckung, dann liefen die Konter und auch im Positionsangriff lief es wie am Schnürchen. Bis auf 16:8 baute der Tabellenführer seinen Vorsprung zur Pause aus und die Zuschauer, die es mit den Gastgebern hielten, wurden schon zu diesem Zeitpunkt immer ruhiger.

„Noch ein steiniger Weg“

Im zweiten Abschnitt begann Holdefehr früh durchzuwechseln, was die Qualität seines Kaders noch einmal unterstrich. So ließ er Andreas Ochs die letzten 15 Minuten komplett auf der Bank, dafür übernahmen andere Akteure Verantwortung. Crumstadt hatte zu keiner Zeit etwas dagegenzusetzen, „auch wenn unsere Deckung dann doch etwas nachließ“, so der TVG-Coach, der dies aber angesichts der deutlichen Führung verschmerzen konnte. „Als Trainer findet man immer irgendwelche Dinge, die besser hätten laufen können und das war auch heute so. Doch wenn man vier Spieltage vor Rundenende beim Tabellendritten mit zehn Toren gewinnt, dann kann es nicht so wirklich schlecht gewesen sein“, bilanzierte der Trainer.

Auf das „Meisterstück“ angesprochen, sah er den Sieg durchaus als richtungsweisend an. „Wir müssen jetzt aber die Konzentration weiter hochhalten“, fordert er mit Blick auf das Restprogramm. „In den Spitzenspielen wie jetzt in Crumstadt oder auch eine Woche zuvor im Derby beim damaligen Vierten Lorsch waren wir auf den Punkt da, haben eine starke Leistung abgeliefert. Das müssen wir jetzt aber auch gegen die vermeintlich leichteren Gegner abrufen“, sieht er noch Stolpersteine.

Am kommenden Wochenende muss der TVG zur MSG Rüsselsheim/Bauschheim (4.), danach zur SKG Bonsweiher (8.). Gewinnen die Ried-Handballer die beiden Partien, dann können sie im letzten Heimspiel am 27. April gegen den HC VfL Heppenheim (5.) schon ihr finales „Meisterstück“ machen und das Saisonfinale bei der MSG Roßdorf/Reinheim (13.) wäre nur ein Schaulaufen des Meisters. „Bis dahin ist es aber noch ein steiniger Weg“, warnt Holdfehr.

TVG-Tore: Ochs (12/3), Sebastian Haas, Till Haas (je 4), Ehlert, Anthes (je 3), Kehl, Stumpf, Olf, Baumann (je 1). me