Handball

Zukunft Bewerbungsfrist für EM 2024 endet

Spielen die Franzosen in Mannheim?

Trondheim.Ab Mittwoch wird Mark Schober ziemlich viel zu lesen haben. Das weiß auch der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Handballbundes (DHB). Doch er freut sich darauf, denn mit dem Ende der Bewerbungsphase für die Arenen in Deutschland als Spielstätten für die EM 2024 rückt das nächste Heim-Turnier wieder ein Stück näher. „Wir planen mit fünf bis sieben Standorten, das erhöht die Wahrscheinlichkeit für die SAP Arena“, sagt Schober im Gespräch mit dieser Zeitung, nachdem die Mannheimer Multifunktionshalle bei der WM 2019 in Deutschland und Dänemark überraschend unberücksichtigt geblieben war. Damals wurde nur in vier deutschen Städten (München, Berlin, Hamburg, Köln) gespielt.

Unterstützung der Stadt gefordert

Klar ist, dass sich die SAP Arena bewerben wird. Das bestätigte Jens Reithmann, der Operative Geschäftsführer der Mannheimer Halle, kurz nach der Ausschreibung auf Anfrage dieser Zeitung. Er geht die erneute Bewerbung mit relativ großer Zuversicht an: „Nur wenige bieten das, was wir haben.“

In der Tat gehört die SAP Arena zu den modernsten Hallen in Europa und hat sich noch dazu als Handball-Standort einen Namen gemacht. In Mannheim trägt der zweifache deutsche Meister Rhein-Neckar Löwen seine Heimspiele aus. Schober sagt, dass die SAP Arena in den DHB-Überlegungen immer eine Rolle spiele. „Aber wir brauchen bei einem Turnier die Unterstützung der Stadt und des Landes, damit wir es wirtschaftlich gestemmt bekommen. Das ist eine Herausforderung“, sagt der Verbandsboss mit Verweis darauf, dass es bei der Heim-EM 2024 eben auch viele Standorte ohne deutsche Beteiligung geben wird und diese Spielstätten vermutlich etwas mehr beworben werden müssen – was mit Unterstützung durch Land und Stadt natürlich deutlich einfacher ist. Bestes Beispiel dafür: München. Obwohl in der bayerischen Metropole weder ein Erst- noch ein Zweitligist beheimatet ist und auch die DHB-Auswahl nicht in München bei der WM 2019 spielte, erreichte die Olympiahalle eine Auslastung von 95 Prozent.

„Es ist nicht unser primäres Ziel, Geld zu verdienen. Aber wir müssen auch alles finanzieren“, sagt Schober und verrät, dass bei der Vergabe neben der Wirtschaftlichkeit auch sportliche Kriterien (bester Standort für die deutsche Mannschaft), die Infrastruktur und die Nachfrage beim Ticketverkauf eine Bedeutung haben: „Aufgrund der regionalen Nähe würde es sich beispielsweise anbieten, in Mannheim die Franzosen spielen zu lassen.“

Und die sind neben den Deutschen und Dänen fraglos das größte Zugpferd im Welt-Handball.

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