Handball

Handball-Badenliga Friedrichsfeld profitiert von seiner starken Abwehr und dem Platzverweis für Heddesheimer Spielertrainer Doll

TVF kämpft das Derby nach Hause

Mannheim.Schön war es nicht, aber spannend und umkämpft: Das Derby der Handball-Badenliga zwischen dem TV Friedrichsfeld und der SG Heddesheim war selten hochklassig, beide Seiten leisteten sich viele Fehler und am Ende hatten die Gastgeber in der Lilli-Gräber-Halle mit 20:15 (6:7) die Nase vorne, weil die Heddesheimer die Leidtragenden des Aufregers der Partie waren.

In der 35. Minute agierte SGH-Spielertrainer Martin Doll – bis dahin mit vier Treffern erfolgreichster Werfer – bei einer Abwehraktion äußerst unglücklich und traf seinen Gegenspieler mit beiden Händen im Gesicht. „Das sah wirklich nicht gut aus“, meinte TVF-Sprecher Florian Kuhn und konnte die Rote Karte durch die beiden Unparteiischen „absolut nachvollziehen“. Er schränkte aber auch ein: „Absicht war da eindeutig nicht dabei.“ Heddesheims Trainer Mario Donat fand die Disqualifikation indes „nicht korrekt. Eine Zeitstrafe hätte gereicht“.

Bis zu diesem Zeitpunkt stand es 9:8 für die Friedrichsfelder, die von ihrem Trainer Marco Dubois glänzend eingestellt waren und eine überragende Deckung stellten. „Leider lief es dann aber im Angriff nicht rund und wir haben viele Fehler gemacht“, so der Übungsleiter.

In der ersten Hälfte legte die SGH meist knapp vor, aber jedes Tor bis zum 6:7-Pausenstand mussten sich die Teams hart erarbeiten. Auffällig: Trotz zahlreicher Ballverluste und Fehlpässe gab es kaum Kontertore, da beide Seiten ein sehr gutes Rückzugsverhalten an den Tag legten.

Nach dem Platzverweis für Doll blieb die Partie noch bis zum 14:14 ausgeglichen, dann gelang dem TVF ein Doppelpack durch Steffen Dollinger und Johann Engelhardt, der auf Rechtsaußen den an der Wade verletzten Tobias Seel glänzend vertrat, zum 16:14 (54.). Nachdem im Gegenzug Julius Schwechheimer einen Strafwurf ausließ und 30 Sekunden danach auch noch Jonas Bauer eine Zeitstrafe kassierte, hatte Friedrichsfeld Oberwasser und sorgte beim 18:14 zwei Minuten vor dem Ende für die Entscheidung.

„Das war wirklich keine schlechte Leistung von uns. Erst in den letzten zehn Minuten lief es nicht mehr. Bis dahin haben wir uns an unseren Plan gehalten“, resümierte Mario Donat. „Und natürlich hat uns die Rote Karte gegen Martin Doll Probleme bereitet.“ Auch die Friedrichsfelder sahen diesen Platzverweis als mitentscheidend an: „Das hat uns schon geholfen“, gab Marco Dubois zu, der „mit den Punkten sehr zufrieden“ war, aber mit der spielerischen Leistung nur bedingt: „Auf die Abwehr können wir aufbauen. Aber vorne haben wir viel zu viele Fehler gemacht.“

Pforzh./E. – Viernheim 30:28

Stocksauer war Christian Müller nach dem dritten sieglosen Spiel des TSV Amicitia Viernheim. „Das hatte nichts mit unglücklich zu tun. Das war eine miese Einstellung und in der kommenden Trainingswoche werden wir Tacheles reden. So geht das nicht“, sagte der Trainer der Südhessen. Dabei durften die Viernheimer trotz vieler technischer Fehler und Ballverluste bis zum Ende des engen Spiels auf einen Punktgewinn hoffen. „Aber verdient hätten wir das nicht“, so Müller.