Haus und Garten

Auch zur Freude der Bienen

Archivartikel

Funny Honey oder Beerenschnute – die Namen der neuesten Blumenzüchtungen, die Farbe auf Balkon und Terrasse bringen, klingen knuffig. Doch sie tragen ihre Namen nicht von ungefähr: Funny Honey zieht beispielsweise Bienen besonders an. Und Beerenschnute hat Blüten in beerigem Violett und duftet dazu wie Amarettini.

Die Pflanzen gehören zu einer Auswahl, die regionale Gärtnereiverbände jährlich treffen. Die Experten berücksichtigen dabei Versuchsergebnisse aus gärtnerischen Lehr- und Versuchsanstalten. Sie küren die neuen Züchtungen, die ihrer Meinung nach empfehlenswert sind. Im Handel werden diese Pflanzen oft besonders beworben. Teils sind es zwar regionale Initiativen, in Zeiten des Internets ist dies aber meist kein Problem. Im Folgenden geben wir einen kompakten Überblick über die Titelträger.

Funny Honey

Die Nahrungsnot der Bienen ist ein wichtiges Thema gerade in diesem Jahr. Daher wundert es nicht, dass der Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen eine Pflanze ausgewählt hat, die Bienen sehr gerne anfliegen. Dabei handelt es sich um einen Zweizahn der Sorte Funny Honey (Bidens ferulifolia; teils mit Warenname Campfire ausgezeichnet). Der Zweizahn ist auch als Goldfieber oder Goldmarie bekannt.

Funny Honey trägt intensiv orangerote Blüten, die eine feine gelbe Zeichnung haben. Die Pflanze hat einen kompakten und kräftigen Wuchs. Sie ist außerdem wettertolerant und verträgt Standorte mit voller Sonne, aber auch Halbschatten. Außer regelmäßig Wasser und Dünger braucht die Pflanze keine Pflege. Insofern ist sie unkompliziert.

Wohin passt sie? Funny Honey kann im Beet, aber auch im Topf, Balkonkasten und in der Hängeampel wachsen. Die Experten raten, sie zum Beispiel mit Verbenen in Blau und Rot oder mit der Sorte Diamond Frost des Zauberschnees zu kombinieren.

Hummelkönig

Auch die Gärtner in Berlin und Brandenburg haben eine Sorte von Bidens ferulifolia zu ihrer „Pflanze des Jahres“ gekürt. Sie trägt den botanischen Sortennamen Golden Empire, ihr Aktionsname im Rahmen der Wahl lautet „Hummelkönig“.

Goldgelb sind die Blüten dieser Variante, zum dunkelgrünen Laub ergibt das einen intensiven Kontrast. Die Pflanze sollte eher sparsam gegossen werden. Sie mag einen sonnigen bis halbschattigen Standort und braucht Partner im Topf, die es ebenfalls gerne trocken haben. Der wichtigste Tipp: Ein leichter Rückschnitt der Blütenstände ab Mitte Juni fördert eine zweite Blüte bis zum Herbst.

Frecher Michel

Die bayerischen Gärtner setzen auch auf eine Bienenweide – also ein Gewächs, das Insekten besonders viel Nektar bietet. In diesem Fall ist es ein Ziersalbei, der schon besonders früh im Jahr Blüte hat und diese am geeigneten Platz auch den ganzen Sommer über hält. Der übliche Küchensalbei erblüht nur im Hochsommer. Die Wahl der Bayern trägt den Aktionsnamen „Frecher Michel“, die Pflanze gibt es aber auch unter dem Sortennamen Mysty (Salvia x hybrida) im Handel. Im Jahr 2019 kommt sie das erste Mal in größerer Zahl auf den Markt.

Dieser Ziersalbei trägt je nach Lichteinfall und Jahreszeit Blüten in den Farben Tiefblau bis Dunkelviolett. Er wächst eher kompakt und kann ins Beet wie auch in den Topf oder Balkonkasten gepflanzt werden. Der Rat der Experten: Mit Sommerblumen und Gräsern kombinieren, die nicht zu schnell wachsen. Sonst nehmen sie dem „Frechen Michel“ Platz und Licht weg, gerade letzteres braucht er zum Wachsen. Am besten erhält der Ziersalbei zum Einzug in den Topf einen Langzeitdünger oder in den ersten vier Wochen etwas Flüssigdünger wöchentlich.

Golddaisy

Die Titelträger aus Rheinland-Pfalz erblüht in einem strahlenden Orange: „Golddaisy“ ist dort die „Balkonpflanze des Jahres 2019“, sie macht sich aber auch im Beet gut. Hinter dem Aktionsnamen steckt eine Ringelblume (Calendula officinalis) mit dem Sortennamen Powerdaisy Orange. Sie wird als Blühwunder von der Jury gelobt – und sie ist keine Unbekannte: Die erst seit einigen Saisons im Handel befindliche Pflanzen wurde 2018 schon zur „Bayerische Pflanze des Jahres“ gewählt – und damals als „Luggi“ in den Handel gebracht.

Sie gilt als besonders robust –übersteht auch leichte Fröste. Außerdem reinigt sich die Pflanze selbst von ihren verwelkten Blüten. Die Experten aus Rheinland-Pfalz raten zur Kombinationen mit Pflanzen, die Blüten in Weiß, Gelb, Terrakotta sowie in einem warmen, dunklen Rot oder warmen Violett haben.

Beerenschnute

Die „Pflanze des Jahres im Norden 2019“ trägt und duftet den Angaben zufolge wie Amaretto-Gebäck. Die „Beerenschnute“ ist eine neue Variante des Elfenspiegels (Nemesia), und auch sie wird gerne von Insekten angeflogen.

Die Pflanze finden Interessierte im Handel entweder unter dem Aktionsnamen „Beerenschnute“ oder unter ihrem botanischen Sortennamen Vanilla Berry. Sie gehört zur zweifarbigen Elfenspiegel-Serie Fairy Kisses – mit vanille-beerenfarbigen Blüten.

„Beerenschnute“ hat einen buschigen Wuchs und eine Höhe von rund 30 Zentimeter. Sie kommt gut in Kübeln und Balkonkästen zur Geltung, wirkt aber aufgrund ihrer Größe und Gestalt auch im Beet neben anderen Sommerblumen und Stauden, erklären die Experten. Ihr Rat: einen windgeschützten, sonnigen bis halbschattigen Standort wählen.

Ein Nachteil: Sie braucht viel Wasser. An warmen Tagen muss man sie sogar zweimal täglich gießen. Einmal pro Woche sollte ihr darüber hinaus ein Flüssigdünger für Beetpflanzen gegeben werden.

Unter diesen Voraussetzungen blüht die Pflanze ausdauernd von April bis zum Herbst. Sie muss auch nicht zurückgeschnitten oder ausgeputzt werden. „Beerenschnute“ lässt ihre unteren Blüten fallen, wenn diese verwelken. Am oberen Ende des Triebs kommen immer wieder neue Blüten.

Sweet Rosalie

Auch Sachsens „Balkonpflanze des Jahres 2019“ hat einen Aktionsnamen erhalten. Die „Sweet Rosalie“ erblüht passend dazu in strahlendem Barbie-Pink.

Ihr botanischer Name lautet eigentlich Fresco Candy und sie gehört zu der Pflanzenart Brachyscome angustifolia. Die Blüten locken auch Insekten an – und sie sind dem Gänseblümchen sehr ähnlich. Eine bekannte Verwandte von „Sweet Rosalie“ ist das „Blaue Gänseblümchen“ (Brachyscome iberidifolia).

Die kompakt wachsende „Sweet Rosalie“ ist tolerant gegenüber Hitze und Regen. Im Topf bildet der Korbblütler ein dichtes Polster, das über den Rand hinauswächst, ohne dabei seine Form zu verlieren.

Die Experten raten dazu, die Pflanze an einen möglichst sonnigen Standort zu setzen, sie vertrage aber auch Halbschatten. Während der Blütezeit braucht sie regelmäßig Wasser und Dünger. Gut sind Partner im Kübel, die nicht allzu schnell wachsen und damit der Pflanze Zeit zur Entwicklung geben.

Fazit: Der Sommer dürfte farbenfroh werden – und Bienen anlocken.