Haus und Garten

Bäume lassen ihre Äpfel fallen

Besonders im Juni verlieren Apfelbäume viele noch kleine Früchte. Das ist kein Grund zur Sorge für Hobbygärtner. Es ist ein natürliches Phänomen, das Obstbauern als den Junifall bezeichnen.

Nach der Bestäubung setzen die Bäume meist mehr Früchte an, als sie bis zur Ernte ernähren können, erläutert der Berufsverband der deutschen Obstbauern. Einige Sorten werfen daher schwächere Exemplare ab, um die stärkeren besser zu versorgen und reifen zu lassen. Das geschieht über Hormone, die der Apfelkern bildet. Der Hormonwert ist umso höher, je mehr Kerne in der Samenkammer sitzen – das bedeutet, die Chance des Baums auf Nachkommen steigt.

Obstbauern fördern diesen Prozess – und das ist auch ein häufig genannter Tipp für Hobbygärtner: Die Profis dünnen zusätzlich den Fruchtbestand von Hand aus und entfernen zu kleine und unförmige Exemplare mit der Hand oder mit einer Schere.

Qualität verbessern

Das verbessert die Qualität der reifen Früchte. Sie werden fester, größer und schmecken intensiver. Auch lagern lassen sie sich dann besser. Darüber hinaus verhindert das Ausdünnen den Bruch von Ästen wegen Überladung. Und schließlich: Je früher man ausdünnt, desto mehr Blüten werden im kommenden Jahr gebildet. So umgehen die Profis die sogenannte Alternanz, den Wechsel von guten und schlechten Erntejahren.

Übrigens: Der Obstbaum bildet im Frühjahr auch mehr Blüten, als er eigentlich benötigt – vermeintlich. Denn selbst in guten Erntejahren wachsen nur aus etwa vier bis fünf Prozent der Blüten am Ende tatsächlich Äpfel heran, informiert der Berufsverband der deutschen Obstbauern. Schließlich werden nicht alle Apfelblüten von Bienen oder anderen Insekten angeflogen und befruchtet. tmn