Haus und Garten

Blütenwunder

Chrysanthemen zeigen sich bis in den Herbst hinein in ihrer ganzen Pracht, und das sowohl im Garten als auch auf dem Balkon. Wer sie noch nicht bei sich zu Hause hat, sollte zugreifen: Sie werden im Frühjahr gepflanzt.

Chrysanthemen kennt jeder. Das sind diese wunderschönen Blüten, die den Sommer und die blütenreiche Zeit im Garten scheinbar nicht loslassen wollen und bis weit in den November hineintragen. Auch bei jedem Floristen findet man die farbenfrohen Blüten daher im Spätsommer und Herbst. Sie halten sich sogar gut und gerne drei Wochen in der Vase, erklärt Jürgen von den Driesch, Gärtnermeister in Isselburg-Anholt (NRW). Wenn die Pflanzen gerade nicht so prachtvoll blühen wie sie sollten, kann das zum Beispiel am Standort liegen. Was Hobbygärtner dafür wissen müssen:

Wann sollten Chrysanthemen gepflanzt werden?

Damit Chrysanthemen prächtig erblühen, sollte man sie im Frühjahr pflanzen. Wer bereits blühende Exemplare kauft, wird diese kaum lange im Beet halten können. Denn die Stauden können bis zum Winter nicht mehr ihre Wurzeln ausreichend ausbreiten und sind daher anfällig für winterliche Trockenheit und Frost.

Meine Chrysanthemen werden nicht prächtig, woran liegt das?

Etwa am Standort. Chrysanthemen reagieren empfindlich auf Staunässe, erläutert Staudengärtnerin und Gartenberaterin Ulla Hannecke aus Düsseldorf. Ihr Rat: „Lehmige Böden verbessert man mit Humusgaben in Form von Komposterde.“ Das sollte man regelmäßig im Frühling machen, damit die Stauden gut versorgt in die neue Saison starten. Denn: „Chrysanthemen sind Nährstofffresser“, so Hannecke. Auch ein gewisser Kalkanteil im Boden sei gut. Damit die sehr spät erblühenden Sorten noch gut gedeihen, sollte man vor allem sie an einen nicht exponierten Standort setzen. „Der Schutz von einer Mauer oder einem Gebäude ist ideal“, so die Gärtnermeisterin.

Wo wirken die Pflanzen aus gestalterischer Sicht gut?

An einem Platz zwischen den Beetstauden und am Gehölzrand zum Beispiel. Für Ulla Hannecke ist die Nähe zu einem Blutahorn ideal, weil sich die farbenfrohen Chrysanthemen hier gemeinsam mit der Herbstfärbung der Blätter hervortun. Der Pflanzabstand sollte nicht zu knapp bemessen werden. „Meist legen sich die Stängel leicht nach vorne über, und wenn man zwischen den einzelnen Exemplaren 40 bis 50 Zentimeter frei lässt, können sie sich gut entwickeln“, rät die Staudengärtnerin.

Meine Chrysanthemen sind umgekippt. Wie kann ich das vermeiden?

„Wenn die Stauden im Hochsommer drohen umzukippen, kann man sie mit Reisig abstützen“, empfiehlt Hannecke. Alternativ kann man die Pflanzen im Frühsommer etwas zurückschneiden, was letztlich zu einem stabileren Wuchs der krautigen Büsche führt.

Ich suche eine besonders spät blühende Chrysantheme für die Lücken im Beet im Herbst. Welche eignet sich?

Die Sortenvielfalt der winterharten Chrysanthemen ist groß. Beachten sollte man aber beim Kauf die großen Unterschiede in der Robustheit, vor allem bei den spätblühenden Sorten. Apollo ist eine ungefüllte, orangefarbene Sorte, die die Staudengärtnerin Hannecke genauso empfiehlt, wie die violett blühende Sorte Hebe. Die späten Sorten Weiße Nebelrose und Granatapfel brauchen unbedingt den erwähnten geschützten Standort, um ihre späte Pracht entfalten zu können. Daneben gibt es für den Herbst Topf-Chrysanthemen im Handel. Gärtnermeister Jürgen von den Driesch empfiehlt, die Pflanzen dann zu kaufen, wenn sie noch möglichst viele Knospen haben. „Dann hat man länger Spaß und Freude, wenn die Knospen sich nacheinander öffnen.“ Ein bisschen Farbe sollten die Knospen allerdings schon zeigen, damit man sicher sein kann, dass sie sich überhaupt öffnen, so sein Tipp.

Wie pflege ich Topf-Chrysanthemen?

An wichtigsten sind regelmäßige Wassergaben. „Die Topf-Chrysanthemen dürfen nicht trocken werden“, betont von den Driesch. Im regenreicheren Herbst denkt man häufig nicht an das regelmäßige Gießen. Aber wenn die Blätter und Blüten erst einmal schlapp geworden sind, halten sich die Pflanzen nicht mehr so gut. Der Gärtnermeister rät außerdem, die verblühten Hauptknospen frühzeitig auszuknipsen. „So können sich die darunter heranreifenden Nebenknospen ungestört und prachtvoll entwickeln.“

Wann schneidet man die ganze Staude im Beet ab?

„Erst am Ausgang des Winters sollten die Büsche der Chrysanthemen zurückgeschnitten werden“, erklärt Expertin Hannecke. So bildet das Astgerüst noch einen Winterschutz für den Wurzelstock. „Wenn die Stauden von unten wieder durchtreiben, ist der Zeitpunkt für den Schnitt ideal.“