Haus und Garten

Damit das Weidenkätzchen auch noch zu Ostern blüht

Archivartikel

Zweige mit Weidenkätzchen werden nicht nur für die Weihe an Palmsonntag – eine Woche vor Ostern – in die Kirche getragen, sondern auch gerne für die Ostersträuße verwendet. Das Problem in diesem Jahr: Die Blüte der Weiden – das sind die typischen Kätzchen – dürfte zum späten Zeitpunkt des Osterfestes schon vorbei sein.

Wärmende Sonne

Denn die in den meisten Regionen Deutschlands wärmeren Phasen im Januar und Februar haben den Stoffwechsel der Weiden schon wieder angekurbelt – eine völlig normale Entwicklung. Daher erblühen die meisten Weiden schon vor Mitte April. Lediglich für Südbayern, wo Schneemassen und tiefe Minusgrade die Natur im Griff hatten, treffe das nicht zu, erläutert Christine Scherer von der Bayerischen Gartenakademie.

In Wasser stellen

Eigentlich müsste man die Weidenzweige schon schneiden, wenn die Kätzchen noch geschlossen sind, erklärt die Gartenberaterin. Sie werden dann kühl gestellt, um die Blüte bis zum Fest zu unterbinden. „Besteht die Möglichkeit, die Zweige in einem Kühlraum bei plus zwei Grad zu lagern, können sie in Wasser gestellt werden. Hat man diese Kühlmöglichkeit nicht, dann die Weidenzweige bündeln und an einer schattigen Stelle draußen lagern.“ Aber Scherer sagt auch: „Da Palmsonntag heuer recht spät ist, ist es schwierig, bis dahin ohne professionelle Kühlung Palmkätzchenzweige in der Vase zu dekorieren.“

Ihr Rat: die Zweige erst zum Fest schneiden, auch wenn diese dann schon Blätter statt Kätzchen tragen. Gerade die Hängeweide eigne sich dafür, findet Scherer. Sie bildet sowieso fast keine Kätzchen, hat aber Zierwert aufgrund ihres hängenden Wuchses und der Blätter.

Alternativ könne man auch jeden anderen Zierstrauch im Garten nehmen, der entweder schon Blätter trägt oder Blüten zu dieser Zeit entwickelt. Je nach Witterung könnte auch die Kirschblüte in diese Zeit fallen. Und falls nicht: Geschnittene Zweige der Kirsche und anderer Sträucher können im warmen Wohnraum vortreiben. „Es dauert etwa eine Woche bis zehn Tage, bis sie aufgehen“, erklärt Scherer.

Übrigens: Wer auf den frühen Schnitt und die Kühlung von Weidenkätzchen setzt, sollte nur einzelne Triebe vom Baum entfernen. Die Blüte ist wichtig für Bienen und andere Insekten, die nach dem Winter im Garten noch wenig Nahrung finden, erklärt Scherer. Außerdem rät die Gartenexpertin komplett davon ab, Triebe von sogenannten Zierweidenstämmchen vor deren Blüte abzuschneiden, „da sonst der Zierwert verloren geht“. tmn