Haus und Garten

Immojournal

Der erste Eindruck zählt

Archivartikel

Home Staging: Wohnlich gestaltete Immobilien lassen sich möglicherweise besser verkaufen / Fantasie der Käufer anregen

Vor dem Verkauf einer Immobilie gestalten sogenannte Home Stager die Räume wohnlich. Das Ziel dahinter: den bestmöglichen Preis für das Objekt zu erzielen. Die Expertin Iris Houghton braucht dafür nicht viele Utensilien aus ihrem Fundus: Ein paar Kissen in der Sitzecke, ein passender Beistelltisch, eine Leselampe sowie ein Bild an der Wand und Pflanzen auf der Fensterbank. Fertig - so schnell verwandelt die Home Stagerin einen leeren Raum in ein gemütliches Wohnzimmer.

"Schokoladenseite" zeigen

"Home Staging bringt das Potenzial einer Immobilie zum Vorschein und macht ihre Schokoladenseite sichtbar", sagt sie. Oft sind Privatleute, Makler und Bauträger, die eine Wohnung oder ein Haus veräußern wollen, die Auftraggeber. Doch auch Anbieter von Mietwohnungen und Gewerberäumen, Ferienhäusern und Wohnungen auf Zeit nutzen diese Möglichkeit immer häufiger. Sie wollen ihre Immobilien optimal präsentieren - beispielsweise auf einem Portal im Internet. Denn: "Der erste Eindruck entscheidet oft darüber, ob Interessenten eine Immobilie besichtigen wollen oder nicht", sagt Sun Jensch vom Immobilienverband IVD. Durch professionelles Home Staging lassen sich erfahrungsgemäß Immobilien meist innerhalb weniger Wochen oder sogar Tagen verkaufen.

Auch Houghton weiß aus jahrelanger Erfahrung: Käufern falle es oft schwer, leere Räume im Kopf einzurichten. Und bei der Besichtigung etwa Flecken, Risse oder alte Möbel auszublenden. Wir wollen die Fantasie anregen, erklärt Houghton. Entscheidend sind Interessenten, nicht die Wünsche der Verkäufer. "Schicke Designermöbel passen meistens eher in das Loft einer Großstadt, aber nicht immer in das Wohnzimmer eines Einfamilienhauses auf dem Land", erläutert sie.

Nach Referenzen fragen

Berater erhalten in der Regel ein bis drei Prozent des Immobilienpreises - und zwar unabhängig davon, ob die Immobilie verkauft wird oder nicht. Bei einer Summe von rund 100 000 Euro kann die Objekt-Inszenierung also zwischen 1000 und 3000 Euro kosten. Eine staatlich anerkannte Ausbildung gibt es nicht. Wer einen Home Stager sucht, sollte nach Referenzen und Arbeitsproben fragen, rät Christina Wellhausen von der Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign. Entscheidend seien außerdem die örtliche Nähe und persönliche Sympathie. dpa-magazin