Haus und Garten

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„Die Hoffnung stirbt zuletzt“

Archivartikel

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub sind die Pflanzen auf dem Balkon oder im Zimmer vertrocknet. Daran ist nicht unbedingt der Pflanzensitter schuld – die Urlaubsvertretung kann es noch so gut meinen, aber kaum jemand kann täglich im Haus vorbeischauen und gießen. Doch was nun? „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin. Aber: In vielen Fällen wird es beim Rettungsversuch bleiben, erläutert sie. „Bei einjährigen Pflanzen wird das meist nichts mehr, bei Mehrjährigen sollte man es immerhin versuchen.“ Bei Gehölzen kann man sogar sehen, ob es noch mal gelingen könnte: Wenn man die Rinde ankratzt und Grünes zum Vorschein kommt, ist noch Leben drin, so Van Groeningen.

Schritt eins der SOS-Tipps ist das Gießen oder vielmehr Tauchen der Topfpflanzen in einen Eimer Wasser, bis keine Luftblasen mehr auftauchen. Dann haben sich der Wurzelballen und das Substrat mit Wasser vollgesogen.

Schritt zwei ist das Zurückschneiden. Alle braunen Triebe werden entfernt, wenn nötig bis auf den Stock. Und auch wenn noch nicht die ganze Pflanze gelitten hat, sollte man sich nach dem Urlaub die Zeit nehmen, Vertrocknetes herauszuschneiden, rät die Gartenexpertin. Schritt drei ist das Düngen, damit die Pflanzen durch die Nährstoffe etwas Lebensenergie zurückerhalten.

Und wenn die lebensrettenden Maßnahmen versagen: „Dann hat man immerhin Platz für Neues“, sagt Van Groeningen. Bis Ende Juli lassen sich noch gut Nasch- und Nutzpflanzen nachsetzen oder Salat neu aussäen. „Ab August würde ich das nicht mehr tun“, erläutert die Gartendozentin. Denn dann werden die Nächte schon merklich kürzer, manchmal auch kühler. Das ist das Signal für die Pflanzen, sich langsam auf den Rückzug zu machen. Im Handel gibt es dann auch fast nur noch Pflanzen, die bis weit in den Herbst erhalten bleiben, etwa Chrysanthemen und Heidepflanzen.