Haus und Garten

Immer der Sonne nach

Archivartikel

Wenn Kinder Blumen malen, sehen sie oft aus wie die Margerite: Viele kleine Blütenblätter umranden eine strahlend gelbe Scheibe. Und kinderleicht ist auch die Aufzucht dieser Pflanze – wenn sie an den richtigen Standort gesetzt wurde.

Zu einer reich blühenden Wiese gehören Kornblumen und Klatschmohn. Und eine dritte Pflanze wird bei der Vorstellung der blühenden Pracht vor dem geistigen Auge auftauchen: Die weiße Margerite mit ihrer goldgelben Mitte. Sie ist auch im Topf und im Beet eine beliebte Pflanze.

„Bei uns ist die sogenannte Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) heimisch“, sagt Marja Rottleb, Gartenbau-Ingenieurin und Referentin des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). In den Gärtnereien wird diese Art gerne als Wiesen-Margerite bezeichnet. Sie wächst bevorzugt auf Magerrasen sowie Trocken- und Halbtrockenrasen, und sie mag einen kalkreichen Boden. Für den Hobbygärtner bedeutet das genauer gesagt: Margeriten brauchen einen nährstoffarmen, meist auch sonnig-trockenen Boden.

Die Pflanze wird zwischen 50 und 70 Zentimeter hoch und ihre Blütenkörbchen wenden sich gerne der Sonne zu. Die Aufgaben für den Hobbygärtner halten sich in Grenzen. Er sollte nach dem Ende der Blüte die Wiesen-Margerite aber zurückschneiden, was ihre Vitalität fördert. Einige Sorten wie zum Beispiel die Maikönigin bilden nach einem Schnitt auch einen zweiten Flor im Laufe des Sommers.

„Die Lebensdauer einer Wiesen-Margerite ist nicht besonders lang“, ergänzt Doris Pöppel, Staudengärtnerin aus Stuhr bei Bremen. Daher rät sie Hobbygärtnern hingegen, die Samenstände nicht abzuschneiden. So können sich die Pflanzen selbst verbreiten und so der Bestand erhalten bleiben.

Auch im Garten lassen sich wiesenartige Gestaltungen anlegen. Allerdings sollte man hierbei beachten, dass die feinen Rhizomausläufer der Wiesen-Margerite empfindlich und die Pflanzen daher nur bedingt trittfest sind. „Der Wiesencharakter dieser Stauden wird durch Spornblumen (Centranthus) und Salbei (Salvia) malerisch verstärkt“, erklärt die Staudengärtnerin Pöppel. Von Vorteil für die natürliche Wirkung einer Bepflanzung ist auch eine lockere Verteilung beziehungsweise Mischung der einzelnen Arten.

Sommer-Margeriten sind die etwas üppigere Alternative zur Wiesen-Margerite. Sie stammen ursprünglich aus den Pyrenäen und tragen etwas größere Blüten auf eher festen Stielen. Die Botaniker führen diese Staudenklassiker unter dem Namen Leucanthemum Maximum-Hybriden, seltener auch als Leucanthemum Superbum-Hybriden bezeichnet.

Ihre Sorten unterscheiden sich vor allem in der Höhe und im Grad der Füllung der Blüten. „Gefüllte Blüten werden fast nicht mehr nachgefragt“, sagt Pöppel. Ihre Empfehlung unter den einfach blühenden Sorten ist Gruppenstolz. Sie ist gut standfest und hat einen kompakten Wuchs.

Bei Schnecken beliebt

„Sommer-Margeriten brauchen im Vergleich zu der heimischen Art einen deutlich nährstoffreicheren Boden und kommen auch mit etwas mehr Feuchtigkeit klar“, erläutert Pöppel. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass der frische Austrieb im Frühling auch beliebt bei Schnecken ist.

Diese Pflanzgruppe ist deutlich langlebiger als die Wiesen-Margeriten. „Man kann aber beobachten, dass sie nach drei bis fünf Jahren deutlich blühfaul werden“, berichtet die Staudengärtnerin. Pöppel rät daher, die Pflanzen dann auszugraben, zu teilen und die Stücke getrennt wieder einzupflanzen. Hierbei ist es wichtig, den Standort zu wechseln. Eine gute Zeit für diese Arbeit ist das zeitige Frühjahr, wenn alle Stauden im Beet zurückgeschnitten sind und man Lücken für den neuen Standort gut ausmachen kann.

Als Begleiter für die Sommer-Margeriten empfiehlt Pöppel Stauden-Klassiker für den Bauerngarten. „Sommer-Phlox (Phlox drummondii) und Türkenmohn (Papaver orientale) passen gut zu den weißen Scheibenblüten“, findet die Expertin. Lupinen (Lupinus) und der Hohe Ehrenpreis (Veronica) sind harmonische Ergänzungen.

Wer am liebsten die Blüten für Sträuße ernten möchte, sollte die Margeriten extra in ein Beet setzen. Im ländlichen Raum werden diese Schnittstauden zum Beispiel gerne an die Ränder der Gemüsereihen gepflanzt, so dass man mit dem Messer leicht an die Horste herankommt. Im Hausgarten liegen die Beete für die Schnittblumen oft etwas verdeckt im hinteren Teil des Geländes.