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Kupfer gibt den Ton an

Archivartikel

Ob Leuchten, Möbel, Accessoires oder Dekostoffe - Wohnobjekte aus Kupfer liegen im Trend. Der WARME FARBTON passt zu der aktuellen Strömung, dem Zuhause wieder einen KUSCHELIGEN Wohlfühl-Charakter zu verpassen - und das jahreszeitenunabhängig.

Kupfer ist ein relativ weiches Metall und leicht formbar. Außerdem ist es zäh. Zwei Eigenschaften, die das Schwermetall für Designer interessant macht. Und das nicht erst heute: Da Kupfer leicht zu verarbeiten ist, verwendeten es bereits die ältesten bekannten Kulturen vor rund 10 000 Jahren. So wurden zum Beispiel die ersten Spiegel aus diesem Metall hergestellt. So ist denn auch das Symbol für Kupfer in der Alchemie das Venussymbol: ein stilisierter Spiegel, gleichermaßen das Symbol für die Göttin und den Planeten Venus.

Auf diesen archaischen Wurzeln basiert das Objekt Iridescent Copper des Hamburger Designerduos Besau-Marguerre für die Stilwerk Limited Edition Design Gallery. Mit ihrem Spiegel erproben die Kreativen die Möglichkeiten natürlicher Verfärbungsprozesse von Kupfer. Die physikalische Reaktion des Materials mit Wärme und oxidierenden Gasen wie Sauerstoff führt zu schillernden Verfärbungen. Abhängig von der Höhe und Dauer der Temperatur sowie von der Menge der Luftzufuhr entstehen verschiedene Farben von Gelb über Pink bis zu Blau. Iridescent Copper ist Spiegel und Wandablage zugleich: Die Form des Kreises wird durch das rechtwinklige Umklappen eines Teils der Fläche am unteren Ende gebrochen.

Gerade für Leuchten ist Kupfer ideal, weil das blanke Metall das Strahlen der Lichtquelle vervielfacht. So zum Beispiel bei den Copper Lights, die der niederländische Designer David Derksen entworfen hat und die von Vij5 produziert werden. Dünnes Kupferblech wird facettenartig gebogen, und so wird auch die Umgebung in den unterschiedlich geformten Lampenschirmen reflektiert.

Auf den Tisch bringen die dänischen Designerinnen Hanne Dalsgaard und Christina Halskov das Material. Für das traditionsreiche dänische Unternehmen Stelton, das Haushaltsgegenstände und Geschirr herstellt, entwarfen die beiden Tablett, Vase und Kerzenleuchter aus dem rötlich schimmernden Metall.

"Seit vielen Jahren haben Designer eine klare Präferenz für Edelstahl und Aluminium, Kupfer und Messing galten als ein bisschen 'old-fashioned'", sagt Designerin Christina Halskov. "Aber in den letzten Jahren hat es eine positive Wandlung gegeben, und Kupfer erlebt ein Revival. Wahrscheinlich ist dies ein Effekt des Retro-Trends, wo sich Menschen wieder mehr auf warme Materialien fokussieren."

Im Möbelbereich setzt der Copper Bell Table von Sebastian Herkner für ClassiCon Maßstäbe. Er stellt den gewohnten Umgang mit Materialien auf den Kopf: Der Tischfuß aus farbig-transparentem Glas trägt einen Metallkörper und verhilft dem an sich schweren Material zu schwebender Leichtigkeit.

Auch Stoffe schimmern kupfern - weiches, fülliges Wollmischgewebe zum Beispiel, das einseitig mit einer hauchdünnen Metallfolie versehen wurde, lässt unter der dünnen Folie die grobe Wollstruktur noch erahnen und erinnert an getriebenes Metall. Es entsteht ein dekorativer Stoff, einerseits angenehm warm, andererseits metallisch kühl.

Für die Wand gibt es ebenfalls den passenden Kupfer-Look: Das Spiel der wie Reliefs gemusterten Oberflächen, unter anderem in dem typischen Kupfer-Rot, ist ein Blickfang. Und auch Interieuraccessoires und Dekoelemente in allen Varianten, Mode, Schmuck und Beautyprodukte im warmen Ton des rötlichen Metalls erfreuen sich größter Beliebtheit. tmn