Haus und Garten

Urteil Lärmbelästigung kann zu fristloser Kündigung führen

Nachbarn beleidigt

Archivartikel

München.Lärmen, schimpfen, pöbeln – wer seine Nachbarn bedrängt, muss damit rechnen, auf die Straße gesetzt zu werden. Ein langes Mietverhältnis schützt nicht immer vor der Kündigung. Beschimpfen und beleidigen Mieter ihre Nachbarn immer wieder, kann das die fristlose Kündigung nach sich ziehen. Der Hausfrieden werde nachhaltig gestört, befand das Amtsgericht München. Das Mietverhältnis fortzusetzen kann dem Vermieter nicht zugemutet werden.

In dem Fall wohnte ein Mieter seit 1992 in einer Ein-Zimmer-Wohnung. In jüngster Zeit war der Mann durch erhebliche Lärmbelästigungen aufgefallen. Immer wieder hatte er dabei alkoholisiert im Treppenhaus herumgeschrien, seine Nachbarn mit Schimpfwörtern traktiert und gegen Wohnungstüren geschlagen. Eine Abmahnung änderte nichts. Nachdem der Mieter zwei Mal von der Polizei mitgenommen wurde, weil er sich nicht beruhigen ließ, kündigte ihm der Vermieter.

Mieter störte Hausfrieden

Zu Recht: Nach der Beweisaufnahme war das Gericht überzeugt, dass der Mieter den Hausfrieden nachhaltig gestört hat. Besonders intensiv sei die Störung hier, weil der Mieter die Nachbarn rassistisch und sexistisch beleidigt habe, so das Gericht. Weil er wiederholt an die Türen der Nachbarn geschlagen habe, hätten sich ältere Bewohner nicht mehr aus ihrer Wohnung getraut, wenn sich der Mann im Treppenhaus aufgehalten habe. Die lange Dauer des Mietverhältnisses ändere an dieser Entscheidung nichts. dpa