Haus und Garten

Pandemie Viele verlegen ihr Fitnessprogramm in die Wohnung – für die Nachbarn kann das eine nervenaufreibende Belastung sein

Ruhezeiten sind einzuhalten

Archivartikel

Berlin.Die Corona-Pandemie bremst Freizeitsportler wieder aus. Denn Bund und Länder haben sich unter anderem darauf geeinigt, Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder im November zu schließen. Das gilt auch für den Amateursportbetrieb, Vereine dürfen also in dieser Zeit nicht mehr trainieren.

Wer sich also bewegen will und nicht läuft oder Rad fährt, muss seine sportlichen Aktivitäten wieder in die eigenen vier Wände verlagern. In Mehrfamilienhäusern kann das aber zu einem Problem werden. Denn durch den Sport in der Wohnung kann die Lärmbelastung für die Nachbarn steigen. Wie kann das Problem gelöst werden? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Welche Regeln gelten für Sport in der Wohnung?

Grundsätzlich gilt: Es gibt Ruhezeiten, an die sich alle halten sollten. In den einzelnen Ländern und Gemeinden können sich diese zwar unterscheiden. Im Allgemeinen kann man aber sagen: Von 22 Uhr bis 7 Uhr herrscht Nachtruhe. Zusätzlich gibt es eine Mittagspause von 13 Uhr bis 15 Uhr. An Samstagen gilt neben der Mittagspause eine Ruhezeit von 19 Uhr bis 8 Uhr. Sonn- und Feiertage gelten vielerorts als generelle Ruhetage.

Durch die erneuten Kontaktbeschränkungen werden viele jetzt wieder mehr Zeit zu Hause verbringen. Das bedeutet, dass dadurch auch die Lärmbelastung in Mehrfamilienhäusern insgesamt größer werden kann. Wer seinen Drang nach Sport ausleben möchte, sollte sich grundsätzlich an die Zeiten halten. „Alle Seiten müssen toleranter sein“, sagt Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund.

Wie viel Sport gilt als angemessen?

Eine feste Regel dafür gibt es nicht. Eine Stunde Sport in einer Mietwohnung sollte aber in jedem Fall in Ordnung sein. „Am besten ist es, Sie sprechen sich mit ihrem Nachbarn ab“, rät Mieterbund-Expertin Hartmann. Möglich wäre es zum Beispiel sich auf feste Zeiten am Tag zu einigen, an denen das Fitnessprogramm dann problemlos absolviert werden kann.

Allerdings kommt es auch darauf an, was für eine Sportart ausgeübt wird. Yoga etwa ist nicht so lärmintensiv wie beispielsweise ein schweißtreibendes Workout, bei dem viel gesprungen oder auf der Stelle gelaufen wird. Auch Hanteltraining ist nicht so laut für die Nachbarn wie Seilspringen.

Und was gilt, wenn Kinder jetzt drinnen toben?

Schulen und Kitas sind derzeit – anders als zu Beginn der Pandemie im März – noch offen. Sie müssen ihrem Bewegungsdrang also nicht unbedingt in der Wohnung nachgeben. Zwar gilt Kinderlärm im Mietrecht als privilegiert. Das heißt: Kinder dürfen laut sein. Allerdings gibt es auch hier durchaus Grenzen: „Ballspielen in der Wohnung geht nicht“, sagt Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland.

Beim Lärm spielt es auch immer eine große Rolle, wie hellhörig das Haus insgesamt ist. „Je neuer das Gebäude, desto besser ist meist der Lärmschutz“, erklärt Happ. „Im Altbau sollte man vielleicht nicht so viel hüpfen.“ Im Zweifel müsse man sein Fitnessprogramm einfach den derzeitigen Umständen anpassen. Und nicht zu vergessen: „Man darf ja auch noch rausgehen, um Sport zu machen.“ tmn