Haus und Garten

Immobilien Der klassische Hauswart wird heute oft von Dienstleistungsfirmen abgelöst – das hat Vor- und Nachteile

Servicefirmen als Hausmeister

Archivartikel

Bochum.Rasen mähen, defekte Lampen austauschen, Schnee räumen: All das gehört in Mietshäusern zu den Hausmeister-Aufgaben. Immer seltener aber erledigen Bewohner solche Arbeiten nebenher, um dafür billiger zu wohnen oder sich ein Zubrot zu verdienen. In vielen Wohnanlagen sind professionelle Hausmeisterdienste zu Gange. Diese Auslagerung hat Vor- und Nachteile.

Die „Kosten für den Hauswart“ tragen weitgehend die Mieter. Vermieter dürfen diese über die Betriebskosten auf Mieter umlegen. Die Position erfasst alles rund um Sauberkeit und Sicherheit: Hausreinigung, Gartenarbeit, Winterdienst, Überwachung von Heizung und Beleuchtung sowie Kontrolle von Flucht- und Rettungswegen.

Die Ausgaben unterliegen dem Wirtschaftlichkeitsgebot, so steht es im Bürgerlichen Gesetzbuch (Paragraf 556). Die Kosten müssen sich also in Grenzen halten. Vermieter müssen aber nicht den billigsten Anbieter verpflichten. Orientierung bietet der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds.

Mietern rät Volker Rastätter, Geschäftsführer des Mietervereins München, in der Betriebskostenabrechnung auf die Entwicklung der Hausmeisterkosten zu achten. Bei Zweifeln sollten Mieter Rechtsrat einholen, um Einwände gegen die Abrechnung geltend zu machen.

Winterdienst und Wartung

Große Wohnungsunternehmen wie Vonovia gliedern Hausmeistertätigkeiten mittlerweile in eigene Servicegesellschaften aus. Diese kümmern sich um Reparatur- und Wartungsarbeiten, halten Grünanlagen in Schuss oder pflastern. Bei Vonovia sind rund 6000 Mitarbeiter bundesweit für mehr als 400 000 Wohnungen zuständig. Den Winterdienst und die Wartung von Aufzügen und Heizungen überlässt das Unternehmen externen Firmen.

Von diesen Strukturen profitiert auch das Unternehmen: Im Unterschied zu früher müsse Vonovia zum Beispiel nicht mehr hunderte Dienstleister koordinieren, erklärt Vorstandschef Rolf Buch. Die Qualität habe sich verbessert, was den Mietern zugute komme. Auch die oft langwierige Suche nach Handwerkern lasse sich somit vermeiden.

Auch kleinere Vermieter engagieren dem Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland zufolge oft externe Dienstleister. „Sie sorgen immer für Ersatz, wenn ein Hausmeister wegen Urlaub oder Krankheit ausfällt. Denn Vermieter buchen die Leistung, nicht die Person“, erklärt Julia Wagner, Juristin im Eigentümerverband. Das nutze auch den Mietern: Sie könnten erwarten, dass die Arbeiten erledigt werden.

Mieterschützer Rastätter fasst seine Erfahrungen mit ausgelagerten Hausmeisterdiensten so zusammen: „Oft lässt die Zufriedenheit der Mieter nach, wenn Hausmeisterdienste ausgelagert werden. In vielen Fällen wird es für die Mieter auch teurer.“ Interne Dienstleister von Wohnungsunternehmen müssten in der Regel Gewinne erwirtschaften. Den Preis dafür zahlten die Mieter oft über höhere Nebenkosten.

Instandsetzung zahlt Vermieter

Für Mieter werde es zudem schwieriger, Belege einzusehen, um so ihre Abrechnung zu überprüfen. „Manche Vermieter wollen die Unterlagen nicht offenlegen, weil es um die Kalkulation der Hausmeisterkosten geht. Mit Nebenkosten dürfen unserer Meinung nach aber keine Gewinne gemacht werden“, so Rastätter.

Instandsetzungsarbeiten sind nicht auf Mieter umlegbar. Dazu gehören der Austausch defekter Treppenhaus-Lampen oder die Reparatur kaputter Haustüren. „Instandsetzung ist Vermieteraufgabe“, betont Julia Wagner von Haus & Grund Deutschland. In die Betriebskosten dürfen auch keine Ausgaben wie etwa der Kauf von Geräten anfallen. Gleiches gilt für Notdienstpauschalen, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH). tmn