Haus und Garten

Finanzen Bad im Erdgeschoss, Carport statt Garage und Verzicht auf den Keller – sieben Tipps für die kostengünstige Planung des neuen Hauses

So lässt sich beim Bauen sparen

DÜSSELDORF.Im Herbst und Winter tut sich auf den Baustellen wenig – umso mehr aber in den Wohnzimmern, wo der Familienrat an den Plänen für den Baustart im nächsten Frühjahr feilt. Wer dabei gründlich vorgeht, kann beim Bauen leicht 20 bis 30 Prozent der Kosten einsparen. Wir haben für Sie sieben Tipps zusammengestellt, mit denen Sie das Eigenheim günstiger bauen können.

Hausform: Einfache, quaderförmige Baukörper sind deutlich billiger als Häuser mit Gebäudevor- und Rücksprüngen oder versetzten Ebenen. Zudem treiben große Außenwandflächen die Heizkosten in die Höhe. Erker und Gauben gehen ins Geld. Einsparung: bis zu 30 000 Euro bei einfachen Baukörpern; rund 2500 Euro bei Verzicht auf einen Erker, rund 2500 Euro bei Verzicht auf eine Dachgaube.

Keller: Immer öfter werden Eigenheime ohne Keller gebaut – meist aus Kostengründen, aber auch wenn die Grundwasserverhältnisse aufwendige Baumaßnahmen verlangen. Denn die Gründe, die früher einen Keller notwendig machten, sind entfallen. Heizanlage oder Brennstoffvorrat lassen sich in der Küche, im Hauswirtschaftsraum oder im Erdtank unterbringen. Für Waschmaschine und Gartenmöbel ist billiger Platz, etwa in einem separaten Gerätehaus. Einsparung: etwa 15 000 bis 20 000 Euro bei 100 Quadratmeter Grundfläche

Innenwände: Die Wahl der Materialien richtet sich danach, ob es sich um tragende oder nicht tragende Wände handelt. Für tragende Wände ist Kalksandstein billiger als Ziegel. Für nicht tragende Wände sind Holzständerkonstruktionen, die mit Gipskarton beplankt und innen mit Zellulose gedämmt werden, die preiswerteste Lösung. „Sie bieten außerdem den Vorteil, dass der Bauherr sie selbst aufstellen und später leicht wieder verändern kann“, so die Düsseldorfer Diplom-Ingenieurin Doreen Kruschina. Einsparung: rund fünf Euro je Quadratmeter für Kalksandsteinwände, rund zehn Euro je Quadratmeter für Holzständerwände statt Ziegelwänden.

Bad und WC: Die Anordnung von Bad und WC im Erdgeschoss ist wesentlich billiger als im Obergeschoss, weil die Steigleitungen entfallen. Üblich ist jedoch ein Gäste-WC im Erdgeschoss und Bad/WC im Obergeschoss. Die Räume sollten jedoch unbedingt übereinander liegen, um die Leitungen so kurz wie möglich zu halten. Ins Geld gehen auch Raum hohe Verfliesungen. Günstiger ist es, nur die Spritzbereiche von Bad, Dusche und Wanne zu fliesen. Einsparung: rund 50 Euro je Quadratmeter für wischfesten Dispersionsanstrich statt Fliesen.

Heizung: Heizungsanlagen sollen energiesparend sein. Deshalb kommen nur Brennwertkessel in Frage. Ob Gas- oder Ölheizung hängt wiederum von der Versorgung vor Ort ab. Expertin Kruschina: „Wer die Wahl hat, spart mit Gasheizungen, bei denen die Therme unter dem Dach eingebaut wird, so dass der Schornstein überflüssig wird.“ Einsparung: rund 3000 Euro bei Wegfall des Schornsteins.

Elektroinstallation: Meist kommen Sie mit weniger Stromkreisen, Steckdosen und Schaltern aus, als das Projekt vorsieht. Farbige oder verzierte Schalter und Dosen gehen mächtig ins Geld, einfache, aber solide aus Kunststoff tun es auch. Einsparung: bis 1500 Euro.

Carport statt Garage: Ein befestigter Stellplatz unter freiem Himmel, eine Fertiggarage oder der Bau eines überdachten, nach den Seiten offenen Carports ist billiger als ein individueller Garagenanbau. Einsparung: beim Stellplatz rund 4000 Euro, beim Carport rund 3000 Euro und bei der Fertiggarage rund 2000 Euro.