Haus und Garten

Design Möbel für Terrasse und Balkon werden immer wohnlicher und stilvoller / Die Beleuchtung schafft das passende Ambiente

Trend zum Leben im Garten

Archivartikel

Berlin.Garten, Terrasse oder Balkon: Draußen wohnen kann genauso schön sein wie drinnen. Man kann sagen, dass die vergangenen zwei heißen Sommer einen Outdoor-Trend zwar nicht hervorgebracht, aber sicher beschleunigt haben. Und weil zu den immer wohnlicheren Möbeln für Terrasse und Balkon auch stilvolles Licht gehört, widmen sich immer mehr Kreative dem Design von Leuchten unter freiem Himmel. Bemerkenswert ist die Vielfalt der genutzten Materialien sowie das Ausmaß der Formen.

Cassina hat in diesem Jahr erstmals Leuchten für Wohn- und Essbereiche im Freien im Programm. Darunter erinnert das Modell Bollicosa Nauticat an die Glaskugeln, die Fischer früher mit Tau umflochten und an die Enden ihrer Netze banden, um sie über Wasser zu halten. Die Leuchte besteht aus mundgeblasenem Glas mit eingeschlossenen Bläschen. Allerdings machen allein die Größen mit einem Durchmesser von 30 beziehungsweise 50 Zentimetern klar, hier geht es nicht mehr um Fischernetze.

Licht dringt durch Gewebestruktur

Schon ein Leuchten-Klassiker ist Twiggy von Foscarini mit federndem, an eine Angelrute erinnerndem Gestell – aber das Design ist nach wie vor aktuell. Die Variante für die Terrasse namens Twiggy Grid Terra hat einen Schirm, den Designer Marc Sadler wie ein Gewebe gestaltet hat. Durch die grobe Struktur scheint das Licht. Außerdem befindet sich an der oberen Kante eine LED-Leiste, die einen feinen zusätzlichen Lichtring entstehen lässt.

Ilia Eckardt hat eine Kollektion für das Label Tribù namens Monsieur Tricot entworfen, die auf markante Strick- und Häkelelemente setzt. Aus speziellen Kordelschnüren, die schneckenförmig aufgerollt und zusammengenäht wurden, sind die korbähnlichen Boden- oder Tischleuchten Agadir von Paola Lenti. In fröhlichen Farben wie Pink, Gelb, Türkis oder Limonengrün können die Laternen überall dort Licht geben, wo es gerade benötigt wird: Bis zu sechs Stunden hält der Akku, der sich via USB-Anschluss aufladen lässt.

Auf einen ganz anderen Look setzt Fumie Shibata aus Tokio: Die Leuchte Bonbori hat einen Edelstahlsockel, kombiniert mit eine eleganten mundgeblasenen Glasschirm. Für den neuen Outdoor-Typus ließ die Designerin sich von den traditionellen Papierlampions ihrer Heimat inspirieren. „Ich wollte dieses traditionelle Brauchtum auf ein modernes LED-Modell übertragen“, beschreibt die Designerin ihre Idee.

Einen praktischen Mix aus Hocker oder Beistelltisch und Leuchte hat Harry Paul für Dedon kreiert. Babylon besteht aus Polyethylen und wird im Rotationsguss in Form gebracht. Die unregelmäßige Oberfläche wirkt von weitem wie handgefertigt, aber tatsächlich entstehen die wie zufällig verteilten Kerben durch komplexe Algorithmen.

Ebenfalls für Dedon hat Sebastian Herkner Loon designt – ein Gebilde, das es in zwei Größen gibt. Der einem langgestreckten Ballon ähnelnde Körper aus Polyethylen steckt in einem dreibeinigen Ring aus Teakholz. Sowohl das Werk von Paul als auch der Entwurf von Herkner setzen auf LEDs mit einer warmweißen Farbtemperatur. Das weiche Licht scheint, voll aufgeladen, für rund zehn Stunden.

Das französische Label Fermob hat mit Mooon! eine portable LED-Leuchte in fröhlichen Farben im Sortiment, die sich dank ihrer kompakten Maße überall mit hinnehmen lässt. Der Name ist gleichzeitig eine Anspielung auf die Form, denn der Leuchtenkopf erinnert an den Vollmond. Die Designerin Patricia Urquiola kopiert für die von Flos produzierte Serie Caule die botanische Struktur einer Blume. Jede Leuchte verfügt über einen flexiblen, schlanken Stiel. Auf einen kunstvollen Effekt setzt die Designfirma Nendo: Der Japaner Oki Sato kombiniert bei der Leuchte Heco für Flos einen dünnen Rahmen mit einer beleuchteten Kugel. dpa