Haus und Garten

Technik Elektronikmesse Ifa präsentiert Haushaltsgeräte mit Künstlicher Intelligenz / Stromsparender Verbrauch sorgt für weniger Kosten

Wenn Ofen weiß, wann er zu backen hat

Archivartikel

Berlin.Was ist künstliche Intelligenz? Viele denken an Data, den Androiden aus Star Trek. An R2-D2 aus Star Wars oder an den Terminator. Aber auch an ihren Backofen?

Auf der Elektronikmesse IFA in Berlin zeigen Hausgeräte-Hersteller ihre neuesten Entwicklungen (Publikumstage: 6. bis 11. September). Dabei fallen häufig die Stichworte KI – Künstliche Intelligenz oder AI – Artificial Intelligence.

„Künftig entscheidet nicht das reine Hardware-Feature eines TV darüber, ob er erfolgreich auf dem Markt ist, sondern seine künstliche Intelligenz, die er mitbringt“, sagte Mike Henkelmann, Managing Director TV bei Samsung, bei der IFA-Preview. Die Geräte werden immer mehr in der Lage sein, ihren Nutzer besser zu verstehen und mit ihm zu interagieren.

Grundlage dafür ist ein großer Datensatz, den die Geräte ständig durchforsten. So sind sie in der Lage, ihre Handlungen stets an die aktuelle Situation anzupassen, sie optimieren sich selbst.

Das bedeutet: Je länger man die Geräte betreibt und ihnen Gelegenheit gibt, das Nutzungsverhalten ihrer Besitzer zu analysieren, desto schlauer werden sie. Das wird bei modernen Fernsehern schon angewendet, nun folgen Hausgeräte.

Bosch wird erstmals Backofen mit künstlicher Intelligenz vorstellen. „Wenn Sie den Ofen mit Ihrem Backhendl immer zum selben Zeitpunkt ausmachen, wird das Gerät das sehr schnell lernen“, erklärt Thomas Salditt, Leiter der Abteilung Digital Business Enabling bei Bosch Siemens Hausgeräte.

Die Öfen der Serie 8 mit Home Connect werden künftig immer zum gleichen Zeitpunkt die Garzeit für das Backhähnchen beenden. Denn so mag es sein Nutzer am liebsten. Den richtigen Zeitpunkt registrieren Brat- oder Backsensoren, die das Gericht im Blick behalten.

Wäsche weniger strapaziert

Andere Hersteller setzen ebenfalls auf Datenbanken im Hintergrund, um die Ergebnisse ihrer Geräte zu verbessern. Die LG-Waschmaschine der Serie AI DD Serie analysiert die Menge der Wäsche sowie den Weichheitsgrad des Gewebes.

Daraufhin greift das Gerät laut Firmenangaben auf etwa zwanzigtausend Informationsquellen zu und optimiert passend Trommelbewegungen und Waschdauer. Die Maschine kann somit statt der in der Regel zwölf Waschmuster von LG-Geräten mehr als 60 Muster anbieten – und Wäsche so bis zu 18 Prozent weniger strapazieren.

Die immer schlauer werdenden Geräte sollen in erster Linie für mehr Komfort sorgen. Ideen, wie das in naher Zukunft aussehen kann, gibt es in der Branche genug. „Der Saugroboter weiß, in welchem Raum Sie typischerweise wann sind, und saugt dann, wenn Sie nicht da sind“, nennt Salditt ein Beispiel.

Auch das soll möglich sein: Trinkt der Bewohner nachts gerne noch Milch, bereitet sich der mitdenkende Kühlschrank mit der Zeit auf diese Routine vor und kühlt sich kurz vor dem Trink-Zeitpunkt noch mal herunter.

KI bietet bei vielen Geräten darüber hinaus die Option, Betriebskosten einzusparen. Beim Beispiel Kühlschrank heißt das: Das Gerät weiß aus Erfahrung, dass der Nutzer nach dem Glas Milch schläft und bis zum Morgen die Tür nicht mehr öffnen wird. Er kann also die Kühlung einschränken und Strom sparen. Oder der Saugroboter arbeitet effizienter, weil er die zu machenden Wege schlauer berechnet.

Auch bei anderen Hausgeräten tut sich viel in Sachen Intelligenz. Die Ansatzpunkte sind dabei vielfältig. Aktuell fallen vor allem Funktionen auf, mit denen bisher getrennt agierende Geräte nun abgestimmt zusammenarbeiten.