Haustiere

Welpen Aus dem Tierheim oder von privat – was zukünftige Besitzer beachten sollten

Auf den richtigen Hund kommen

Archivartikel

Oberschleißheim/Hürtgenwald.Rassehund oder Mischling? Für viele zukünftige Hundehalter ist das eine Grundsatzfrage. Wer sich für einen Mischlingswelpen entscheidet, steht allerdings nicht selten vor einer Herausforderung. Denn in diesem Fall entfällt der Gang zum Züchter. Wo aber können Interessenten fündig werden, wenn sie einen jungen Mischling ins Haus holen wollen?

Der Deutsche Tierschutzbund in Bonn empfiehlt, sich zunächst an ein Tierheim zu wenden. „In jedem Tierheim warten durchschnittlich 35 Hunde auf ein neues Zuhause - deutschlandweit sind es hochgerechnet 17 400 Hunde in den Tierheimen. Darunter Hunde jeden Alters, jeder Art und Rasse“, sagt Pressesprecherin Lea Schmitz.

Plattformen erleichtern Suche

Die Suche kann sich allerdings schwierig gestalten, wenn Interessenten auf jeden Fall einen Welpen möchten, um ein Hundeleben von Anfang an zu begleiten. Der Tierschutzbund schlägt in diesem Fall vor, auch auf der Partnerplattform tierheimhelden.de zu suchen. Diese wird von mehr als 500 deutschen Tierheimen und Tierschutzorganisationen für die Vermittlung genutzt – was einen größeren Überblick ermöglicht.

Die „Tierheimhelden“ würden nur mit Einrichtungen zusammenarbeiten, die dem Tierschutzbund angeschlossen sind oder vergleichbare Auflagen erfüllen, erklärt Daniel Medding, Geschäftsführer der gemeinnützigen Unternehmergesellschaft in Oberschleißheim bei München: „Es geht uns darum, dass eine seriöse Tiervermittlung stattfindet. Jedes Tierheim wird erst nach manueller Überprüfung freigeschaltet. Die Hunde sind geimpft, tierärztlich versorgt und erfüllen alle Kriterien, um ein gesundes Hundeleben führen zu können.“

Auch wer gezielt ein Jungtier sucht, könne über die Plattform im Tierschutz fündig werden, sagt Medding. „Sie werden zwar schneller vermittelt, nichtsdestotrotz findet man bei uns auch Junghunde und Welpen.“ Es komme zum Beispiel immer wieder vor, dass trächtige Hündinnen aus den Händen von unseriösen Tiervermehrern gerettet werden – oder unerfahrene Besitzer mit einer trächtigen Hündin überfordert sind und die Welpen abgeben.

Das Internet bietet inzwischen viele Möglichkeiten. Eine überregionale Übersicht zu Hunden aus dem Tierschutz bieten zum Beispiel auch das Online-Tierheim shelta des Vereins TASSO oder das ZERGportal. Hinzu kommen unzählige Online-Kleinanzeigen auf verschiedenen Portalen. Bei Letzteren sei aber stets Vorsicht geboten, betont Fachbuchautorin Heidi Rogner: „Man kann bei solchen Anzeigen nicht immer ausschließen, dass Massenvermehrer dahinterstecken – auch die setzen Mischlinge in die Welt.“

Ist über den Tierschutz kein passender Hund zu finden, kommt auch ein Kauf bei Privatleuten in Betracht – am besten aus der näheren Umgebung. Dazu können sich künftige Halter zum Beispiel umhören oder in Kleinanzeigen nachschauen, ob eine Hündin aus der Umgebung vielleicht trächtig geworden ist, obwohl der Besitzer das gar nicht beabsichtigte. „Auch diese Welpen brauchen ein Zuhause“, sagt Hunde-Expertin Rogner. Dann sei es jedoch ebenfalls sinnvoll, genau hinzuschauen. Denn Besitzer, deren Hündin wegen eines „Unfalls“ Welpen erwartet, haben häufig keine Erfahrung mit dem Züchten und Aufziehen von Jungtieren.

Gesunde Mutterhündin

Die Mutterhündin sollte man vor Ort zu Gesicht bekommen. Zudem sollte sie auf jeden Fall gesund sein, erklärt Astrid Behr, Sprecherin des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte in Frankfurt am Main. „Es ist zum Beispiel wichtig, dass der Besitzer sie mehrfach entwurmt, weil die Larven sowohl in der Gebärmutter als auch später über die Milch übertragen werden können.“

Wichtig sind zudem die Bedingungen, unter denen die Welpen leben. „Hunde durchleben etwa zwischen der sechsten und 16. Woche die Prägephase“, erklärt Behr. „In dieser Zeit ist es sehr wichtig, dass sie in Kontakt mit Menschen, anderen Tieren und Umwelteinflüssen kommen. Fehlender Kontakt zu Umweltreizen in diesem jungen Alter kann zu einer Urangst führen, die später nicht mehr verloren geht.“