Haustiere

Hundefutter Menüs aus rohem Fleisch fallen bei Test durch

Keim-Gefahr beim Barfen hoch

Archivartikel

Berlin.Die Stiftung Warentest hat Hundefutter aus der Dose und tiefgekühlte Menüs aus rohem Fleisch analysiert – mit wenig schmackhaftem Ergebnis: Fast jedes dritte Feuchtfutter fällt durch, schreibt „test“. Von den 31 untersuchten Nassfutter-Rationen bekamen neun Produkte ein „mangelhaft“, darunter alle Tiefkühl-Alleinfutter zum Barfen. Doch was ist Barfen – und was sollten Halter dabei beachten?

Barfen: Die Abkürzung steht für „biologisch, artgerechte Rohfütterung“. Hunde und Katzen werden dabei auf der Basis von rohem Fleisch (Muskelfleisch und Innereien), Knochen, rohem Gemüse und Obst sowie Ölen ernährt. Diese Methode soll sich an die Fressgewohnheiten von wildlebenden Fleisch- und Beutetierfressern anlehnen.

Zutaten: Barfer kaufen Zutaten meist einzeln bei Fleischern, im Fachhandel, Internet oder in den Zooabteilungen von Baumärkten und Gartencentern.

Umstellung: Entscheiden sich Halter für diese Methode, sollten sie sich von einem auf Ernährung spezialisierten Tierarzt beraten lassen. Er kann die Rationen für das Tier ausrechnen. So lässt sich eine Unter- oder Überversorgung mit Nährstoffen vermeiden, so die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT).

Nährstoffe: Bekommen sie viel rohes Fleisch, sind manche Hunde mit Kalzium unterversorgt. Um das auszugleichen, müssen Halter ihnen zusätzlich Knochen, Knochenmehl oder entsprechende Präparate geben. Fressen die Hunde viel Leber, nehmen sie zu viel Vitamin A auf.

Gefahren: Fehlen den Mahlzeiten Kalzium und Phosphor können Hunde Knochenschäden erleiden. Zu wenig Vitamin A kann Augenschäden hervorrufen, zu wenig Vitamin B nervöse Störungen. Außerdem ist rohes Fleisch ein Herd für Keime. Hundehalter bestellen es oft tiefgefroren. Keime können sich beim Auftauen rasant vermehren, warnt die Stiftung Warentest.

Übertragung: Die Übertragung von Bakterien, Viren und Parasiten beim Füttern von Rohfleisch ist nicht ungefährlich. Haushalte, in denen immungeschwächte oder alte Personen, Schwangere oder Kleinkinder leben, sollten aufs „Barfen“ verzichten, empfiehlt die TVT.

Hygiene: Das Fleisch sollte stets gekühlt werden, sonst verdirbt es. Idealerweise lagern Fleisch und Innereien fürs Tier in einem separaten Kühlschrank und werden auf einer eigenen Arbeitsplatte zubereitet. Für den Urlaub mit Hund heißt das etwa: Lieber frisch vor Ort besorgen.