Heddesheim

Heddesheim Im Baugebiet „Mitten im Feld I“ sind die Straßen bald fertig

271 Pferdestärken fressen sich in Asphalt

Im Neubaugebiet „Mitten im Feld I“ in Heddesheim rollen noch einmal schwere Maschinen. Sie bereiten sozusagen den Feinschliff beim Straßenbau vor. Denn bislang war die Decke der Fahrbahn nur ein Provisorium. Die letzte Schicht, die so genannte Verschleißdecke, kommt erst ganz zum Schluss.

Nachdem inzwischen die allermeisten Häuser fertiggestellt sind, geht es nun also ins Finale. Bevor die großen Teermaschinen anrücken, stehen eine ganze Reihe von Vorbereitungen an. Dazu zählt das Abfräsen von Asphaltkeilen, die für die Übergangszeit zwischen provisorischer Fahrbahn und Rinnplatten eingebaut waren, wie Christian Pörsch vom Bauamt der Gemeinde erläutert. Erst dann kann die letzte, rund vier Zentimeter starke Feindeckschicht aufgebracht werden.

67 kleine Spitzen

Die beauftragte Firma ist in diesen Tagen vor Ort, um genau das zu erledigen. Eine riesige rote Maschine auf Gummirädern steht in der Straße Mitten im Feld. Stefan Noll (58) sitzt an deren Ende auf dem Boden und hämmert mit Fäustel und Meißel auf die Walze, die das Abfräsen übernimmt. 67 kleine Spitzen, die sogenannten Fräsmeißel, ragen wie Noppen heraus. Stück für Stück entfernt er sie, um sie durch neue zu ersetzen.

Trotz des hochwertigen Materials verschleißen die Spitzen schnell. „Spätestens nach rund 1000 Metern müssen sie gewechselt werden“, weiß er aus langjähriger Erfahrung. Wenn statt Asphalt beispielsweise Beton abgetragen werden muss, geht der Verschleiß noch viel schneller.

Nach einer halben Stunde hat Noll alle Spitzen ausgewechselt. Jetzt kann es wieder ans Werk gehen. In leuchtenden Farben ist mit einer Spraydose markiert, wo gefräst werden muss. Noll fährt seine 271 PS starke Maschine an diese Stelle und legt los. „Früher musste ich alles von Hand einstellen, heute erledigt das der Bordcomputer“, erklärt er den Wandel der Technik in mehr als 20 Jahren. Solange macht er seinen Job schon. Und es macht ihm immer noch Spaß, versichert er: „Sonst hätte ich schon damit aufgehört.“

Zentimeter für Zentimeter bewegt sich die rollende Fräse nach vorn, nimmt Asphalt von der Fahrbahn und schiebt sie auf ein Förderband, das das Fräsgut auf den bereitstehenden Lastwagen transportiert. Wasser an Bord der Fräsmaschine sorgt dafür, dass es nicht zu sehr staubt. Das ist auch für den Abtransport wichtig, wie der Lkw-Fahrer ergänzt. Von Heddesheim geht das Material nach Ladenburg, wo es aufbereitet wird. „Das ist ein wichtiger Rohstoff“, erklärt der Mann vom Bau. Später wird es an anderer Stelle für eine neue Asphaltschicht sorgen.

200 000 Euro teuer

1100 laufende Meter müssen in Heddesheim asphaltiert werden, wie Christian Pörsch vom Bauamt erklärt. Rund 200 000 Euro kostet das. Geld, das die Bauherren im Quartier bereits mit ihrem Erschließungsbeitrag bezahlt haben. Rund 90 Euro pro Quadratmeter Bauland waren das. Voraussichtlich ab Dienstag wird asphaltiert. Für die Anwohner bedeutet das weiterhin Einschränkungen, denn geparkt werden darf in dieser Zeit nur eingeschränkt, beispielsweise auf dem eigenen Grundstück oder auf den angrenzenden öffentlichen Parkflächen. Damit die Asphaltierungsarbeiten nicht behindert werden, hat auch der kommunale Ordnungsdienst ein wachsames Auge auf Falschparker.

Info: Fotostrecke unter: morgenweb.de/heddesheim