Heddesheim

Heddesheim Programm der beliebten kfd-Weiberfasnacht im St. Remigius Haus kommt gut an

Auch zwei Männer mischen sich unter die weibliche Partymeute

Archivartikel

Von außen war nicht viel zu erkennen, die großen Rollläden verdeckten schließlich auch die Sicht ins Innere. Je näher man dem Eingang kam, umso mehr konnte man aber hören, was im St. Remigius Haus vor sich ging. Es haben sich so viele Frauen wie noch nie zur Weiberfasnacht der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) getroffen.

„Wir sind komplett ausverkauft“, berichtete Erstvorsitzende Martina Schnitzler dem „MM“ überglücklich und fügte voller Vorfreude hinzu: „Frauen feiern einfach anders.“ Dieses Mal wurde sogar die Trennwand zum angrenzenden Nebenraum geöffnet, somit konnten dort noch mehr Gäste als sonst Plätze einnehmen.

Von den hohen Decken hingen etliche Weltkugeln sowie endlos lange Girlanden mit Länderflaggen bedruckt. An den Wänden durften die verschiedenen Fahnen ebenfalls nicht fehlen, genauso wenig wie auf den Tischen; hier in Form von Servietten. Die Dekoration war dem Motto „Endlich wieder Karneval - wir reisen um den Erdenball“ perfekt angepasst. Unter den insgesamt 200 Gästen war Entertainer Ralf Siegel dieses Jahr überraschenderweise nicht der einzige Mann. Pfarrer Matthias Stößer mischte sich ebenso unter die weibliche Partymeute.

Tränen fließen vor Lachen

„Dass unser Haus ist wieder voll, das ist nicht nur schee, sondern einfach toll!“, begrüßte Margarete Gründler alle Karnevalisten. Kurz darauf heizte Ralf Siegel den Damen mit einem Partyhit nach dem anderen ein. „Ach Gott, ist mir warm“, kommentierte eine Besucherin schon nach kurzer Zeit.

Bei Sieglinde Kozaks Sketch „Immer Ärger mit der Technik“ flossen schon mal Tränen vor lauter Lachen. Damit ihr neuer Computer nicht direkt abstürzt, hat sie diesen im Geschäft zunächst einmal auf den Boden gestellt - trotzdem funktioniert dieser nicht. „Da frogt der mich in der Hotline, was uff dem PC steht. Na, mei Blummevas!“ Mit dem Kauf eines Fernsehers „mit ohne Bauch“ hatte sie genauso sehr zu kämpfen wie mit der Hotline der Deutschen Bahn. Sie sollte ihren Abfahrtsbahnhof nennen: „Heddese!“, war ihre Aussage. „Heidensee?“, fragte die Roboterstimme nach. Es brachte alles nichts, dafür tosenden Applaus.

Die bekannten „Bumble Bee´s“ und auch Nicole Kemmet als „Heddesheimer Bürgerin“ trugen zur tollen Stimmung bei. „Die Transuse“ Ortrud Boguslavski erzählte von ihrem „Talent, das keinen entzückt“. Es macht sie nervös, es machte sie verrückt: Schon seit ihrer Kindheit kam sie zu allem immer zu spät. Nur an Fasching war sie die flotte Biene.

Die Laune stieg von Minute zu Minute, mit Musiker Ralf Siegel sangen und tanzten die Chinesinnen, Freiheitsstatuen und Inderinnen unaufhaltsam mit. Nach der endlos langen Polonaise bewiesen dann sechs Frauen mit ihrem ulkigen „Rollatorentanz“, wie flott man das Bein auch mit Gehhilfe schwingen kann. „Die Weltreisende“ Margarete Gründler fasste zum Programmschluss das Ortsgeschehen im vergangenen Jahr gekonnt zusammen. Wie immer bewies sie damit ihr großes Talent im Reimen.

„Es hieß, die Tankstell sei immer ozufahre - aber vun weller Seit, des konnt dir keiner sage“, beschwerte sie sich über die Baustellen. Dass die Sternsinger beim diesjährigen Neujahrsempfang nicht eingeladen waren, gefiel ihr auch überhaupt nicht: „Ich find, wenn sich Kinder so engagieren, muss man das auch honorieren.“

Riesiger Beifall

Selbstverständlich hatte die Weltreisende auch Positives zu berichten: „Mir haben wieder eine Kerwe in Heddese gehabt - das hat super geklappt.“ Und über den neuen Pfarrer freute sie sich: „Bis jetzt muss ich sage, mir kenne uns net beklage.“

Der Beifall war riesig und kfd-Chefin Schnitzler mit der Weiberfasnacht mehr als zufrieden. kata

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