Heddesheim

Heddesheim Gemeinde schreibt Ideenwettbewerb für Bahnhof und Badischen Hof aus

Auf der Suche nach Investoren

Archivartikel

Das alte Bahnhofsgebäude im Gewerbegebiet ist seit Kurzem abgerissen, der Badische Hof im Ortskern steht seit Jahren leer. Was aus beiden Objekten wird, steht in den Sternen. Neue Ideen erhofft sich die Gemeinde jetzt von einer besonderen Art des Wettbewerbs. Der Gemeinderat hat dafür am Donnerstag 100 000 Euro bewilligt und den Auftrag vergeben.

„Wir haben das Ziel, den ältesten Teil des Gewerbegebietes aufzuwerten und zu revitalisieren“, sagte Bürgermeister Michael Kessler. „Da gibt es Missstände.“ Der öffentliche Bereich rund um den Bahnhof sei bereits aufgewertet worden, erklärte er weiter: „Das ist ein Gewinn für das gesamte Umfeld.“ Unter anderem sind hier Park-and-Ride-Parkplätze und überdachte Fahrradplätze entstanden. Mit dem Abriss des Bahnhofsgebäudes gebe es Raum für weitere Verbesserungen.

Initialzündung möglich

Wo die Gemeinde selbst Eigentümerin der Grundstücke ist, hat sie es leichter, für Entwicklung zu sorgen. Private Grundbesitzer seien dagegen schwer zu bewegen, etwas zu tun. Die Gebäude sind nach den Worten von Kessler zwar häufig alt und in keinem guten Zustand, aber vermietet: „Die Mieteinnahmen reichen den Eigentümern. Da ist es schwer, sie zum Weiterdenken zu animieren.“ Auch sie könnten mit den Ergebnissen eines solchen Investoren- und Architektenauswahlverfahrens zu Verbesserungen bewegt werden.

Mit diesem Verfahren hat die Gemeinde jetzt die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE) beauftragt. Mögliche Investoren können sich für den Kauf der Grundstücke bewerben und zusammen mit Architekten für die Nutzung Konzepte vorlegen. Am gerade erst modernisierten S-Bahn-Haltepunkt hält die Gemeinde ein Dienstleistungszentrum für denkbar, nach dem Vorbild des ehemaligen OEG-Bahnhofs in Dossenheim. Dies könne eine Initialzündung für die Vermarktung des übrigen Bereiches sein.

Dass die KE mit derartigen Verfahren Erfolg haben kann, zeigen mehrere Beispiele. So entsteht auf einem 3300 Quadratmeter großen Areal in Tuttlingen ein Einzelhandelszentrum mit Dienstleistern und Wohnungen, in Rheinstetten wurde Anfang des Jahres der erste Spatenstich für die Neue Stadtmitte vorgenommen, die auf 2,5 Hektar Fläche Einzelhandel, Dienstleistung und Wohnen unterbringt. Das Areal der Alten Feuerwache in Hambrücken wurde mit einem Komplex mit betreutem Wohnen und Pflege bebaut.

Doch davon ist man in Heddesheim noch weit entfernt. „Es ist ein sehr kompliziertes Verfahren und dauert gut ein Jahr“, erläuterte Kessler. Mit 100 000 Euro sei das Ganze zwar nicht günstig: „Da muss man schon erst mal schlucken.“ Trotzdem solle man diese Chance nutzen, zumal auch dieses Verfahren zu 60 Prozent aus Sanierungsmitteln gefördert werde. Hoffnungen hat er dabei auch im Ortskern und beim Badischen Hof: „Vielleicht gibt es da Ideen, auf die wir noch gar nicht gekommen sind.“

„Wir halten das für richtig und das Risiko für vertretbar“, befürwortete der scheidende CDU-Fraktionsvorsitzende Josef Doll. Das Gewerbegebiet hält Günther Heinisch (Grüne) für die kleinere Herausforderung: „Wir sind interessiert, dass bei dem Traditionsgasthof etwas passiert und eine zündende Idee herauskommt.“ Denn hier leide die Substanz zusehends.

„Eine Mammutaufgabe“

Ähnlich äußerte sich Jürgen Merx (SPD), der das neue Verfahren begrüßte: „Der Badische Hof steht schon viele Jahre leer und wird nicht besser.“ Für die FDP zeigte sich Frank Hasselbring „hellauf begeistert“ von dem Vorgehen: „Heddesheim kann hier einen entscheidenden Schritt vorankommen. Der Badische Hof wäre finanziell eine Mammutaufgabe.“