Heddesheim

Heddesheim Gruppe aus Rumänien zu Gast bei Rotariern in der Region / Führung durch die Karl-Drais-Schule

Besucher beeindruckt von Ausbildung

Seit nunmehr zwanzig Jahren besteht die Verbindung zwischen dem in Heddesheim gegründeten Bildungswerk Weilau (BWW) und einigen Gemeinden im rumänischen Siebenbürgen. Der ehemalige Pfarrer Konrad Fischer initiierte zu Beginn eine Spendensammlung für einen Schulbus zugunsten rumänischer Roma-Kinder.

Aus der anfänglichen Unterstützung für Schüler entwickelte sich das Aufgabengebiet Berufsausbildung. Neben anderen Förderern gehört auch der Rotary-Club Schriesheim-Lobdengau zu den Sponsoren. Elsbeth Ruiner, die ehemalige Direktorin der Justus-von-Liebig-Schule in Mannheim, stellte seinerzeit die Verbindung zu dem Serviceclub in Rumänien her. Dieses Netzwerk treibt nun Früchte.

Ingenieure auf Rundreise

Neben Besuchen von Lehrern der Heddesheimer Karl-Drais-Gemeinschaftsschule in Siebenbürgern kam es schon mehrfach zu Visiten rumänischer Kommunalpolitiker und Lehrern in der Kurpfalz. Jetzt war eine fünfköpfige Gruppe Ingenieure auf einer Rundreise in der Region. Sie sollen als Ausbilder in der Heimat tätig werden, und nun standen Firmen- und Schulbesuche auf dem Programm. Ruiner konnte den Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz als Unterstützer begeistern. In Heddesheim besuchten die Gäste die Karl-Drais-Schule.

Konrektor Robert Rodenberg stellte die Einrichtung vor, danach wurden die Gäste von Schülern durch das Haus geführt; die neuen Zimmer wurden mit Stolz vorgestellt und den Gästen die Vorteile dieses Schulsystems erklärt.

Die Jugendlichen standen Rede und Antwort und bewältigten das einstündige Programm in englischer Sprache hervorragend. Csegzi Sándor, Direktor der University of Culture and Science in Turga-Mures, zeigte sich beeindruckt von der Ausrüstung der Schule und dem Schulsystem. Der Pädagoge möchte dazu beitragen, dass das Thema Duale Berufsausbildung in seinem Heimatland Fuß fasst.

„Wir Rotarier möchten gerne Menschen zusammenbringen, die voneinander lernen sollen“, erklärte der Direktor: „Die Firmen denken ans Geld, wir ans Helfen.“ Ihm imponierte, wie die Schüler in Heddesheim an das Thema Naturwissenschaft herangeführt werden.

Elektroingenieur Somesan Costel sah wiederum viele Dinge, die er zu Hause umsetzen will. „Die Schüler haben mich stark beeindruckt. Kleine, langsame, aber gute Schritte wollen wir auch zu Hause einführen.“ Die Partnerschaften mit Firmen mit der Möglichkeit, dass Schüler Praktika in Unternehmen machen können und Firmenvertreter die Schule besuchen, sahen die rumänischen Gäste als sehr wichtig. „Diesen Schritt müssen wir auch gehen, um die Jugend für die Berufsausbildung zu gewinnen“, so der Tenor der Ingenieure.

Auch Kommunen gewinnen

Johann Ruiner regte an, mit Schulklassen nach Siebenbürgen zum Landschulaufenthalt zu fahren und so Kontakte zu anderen Schulen zu knüpfen: „Da lernen sie eine andere Welt kennen und können Erfahrungen austauschen.“ Fischer hoffte, dass sich auch Kommunen öffnen und den Weg, den BWW und Rotarier eingeschlagen haben, unterstützen: „Dazu gehört auch, dass das zarte Pflänzchen Schulpartnerschaft sorgsam gepflegt und ausgebaut wird.“

Sándor betonte: „Wir müssen die Mentalität unserer Jugend in Rumänien ändern, um die technische Berufsausbildung voran zu bringen. Dass es nur mit dieser Einstellung geht, haben wir heute in Heddesheim gesehen.“ diko